Monatsarchiv: Mai 2012

Mein erstes Mal… Sylt

Gestern hatte ich frei und auch noch Geburtstag. Das Wetter war fantastisch und passte so gar nicht zur Arbeit am Schreibtisch. Und weil dieses Jahr alles irgendwie anders und keine Feier geplant ist und ich noch nie auf Sylt war, kam mir dieser Anlass doch gerade recht. Sylt, ich komme…
Los ging`s morgens um 9:00 Uhr vom Bahnhof in Kiel. Bis Husum bestand der Zug nur aus zwei Waggons. Die waren restlos gefüllt, denn eine Gruppe Rentner hatte dieselbe Idee. Ich saß mit drei Landwirten aus der Gruppe zusammen. Das war echt lustig, denn immer wenn ein Trecker oder Mähdrescher zu sehen war, wurde er kommentiert. Nebenbei tauschten sie sich über Solaranlagen, Windräder, Bio-Gas-Anlagen und Bodenqualität aus. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass der Landwirt heutzutage Energie anbaut und keine Nahrungsmittel. Die Zeit verging dank der netten Runde recht schnell und in Husum hatten wir direkt Anschluss nach Westerland. Gegen 11:30 Uhr waren wir da.
Mit einer Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ausgestattet führte mein erster Weg nach Kampen. Da hat echt jedes Haus ein Reetdach und mindestens eine Luxus-Karosse davor.

Ich wanderte durch die riesigen Dünen mit den Villen darin (da stehen aber auch Hütten…) runter zum Watt. Es war Flut und der Strand sah aus wie jeder andere. Egal, es war schließlich das Watt und da spazierte ich 10 Minuten durch.
Dann war Mittagszeit und da musste ich einfach zur nördlichsten Fischbude Deutschlands: zu Gosch nach List.

Für 8,50€ gab es Backfisch mit Kartoffelsalat und ein Alster. Da saß ich nun an meinem Geburtstag bei strahlendem Sonnenschein im “Home of the Kieler Woche Gosch-Schiff”. Das war klasse, denn an das Gosch-Schiff habe ich nur tolle Erinnerungen mit den Groupies. Und weil ich die Groupies gerne dabei gehabt hätte, sie aber nicht da waren, wurde dieser Moment doch ein wenig getrübt. Die Gäste hier auf Sylt sind in etwa dieselben wie auf der Kieler Woche. Ein wenig small Talk mit den Tischnachbarn – schönen Tag noch – und weiter ging`s.

Wenn ich schon auf Sylt bin, dann soll es auch an den Strand gehen. Mir wurde der von Hörnum am anderen Ende der Insel empfohlen. Der Strand ist schön und man liegt zu Füßen eines Leuchtturms. “Das klingt gut”, dachte ich und stieg in den nächsten Bus. Der Strand war fast leer. Herrlich, ich legte mich mittenrein und gönnte mir ein Beck`s Gold. Genau so hatte ich mir das vorgestellt.

Nach etwa drei Stunden dösen in der Sonne stand das Highlight meiner Sylt-Tour an: die Sansibar. Über diesen Laden hatte ich schon viel gehört und es muss ja nicht immer gleich Bill Gates, Larry Page oder Mark Zuckerberg sein. Genauso gut ist die Geschichte von Herbert Seckler. Er fing mit einer Imbissbude in den Dünen von Sylt an und schuf ein kleines Sansibar-Imperium. Auf dem Parkplatz standen allerlei Porsche, Bentley und auch ein Maserari und ich befürchtete schon, underdressed zu sein. Aber was dann kam, ist wohl ziemlich einzigartig. Die Sansibar hat ein Restaurant und einen Außenbereich. Dieser Außenbereich besteht aus massiven Holzbänken und Tischen, die vor das Restaurant in den Sand der Dünen gestellt wurden. Drinnen waren alle Plätze reserviert, aber bei diesem super Wetter wollte ich eh lieber draußen sitzen. Ein Plätzchen für eine Person war fix gefunden. Da der Innenbereich noch leer war, mussten die Besitzer der Luxuswagen hier draußen sitzen. Erkennen konnte man sie nicht. Irgendwie sahen hier alle aus, als ob sie direkt vom Strand kommen würden. Da passte ich prima zu. Am Nachbartisch wurde ein runder Geburtstag gefeiert und der Kellner zeigte – wie von den älteren Damen gewünscht – seine Waden. Die Kellner sehen aus wie die Gäste und tragen keine einheitliche Kleidung. Ihre Rauchpausen machen sie auch schon mal bei den Gästen am Tisch. Herrlich ungezwungen das ganze. Preislich ist die Sansibar allerdings wenig erschwinglich. Nun gut, man hat ja nur einmal im Jahr Geburtstag. Da ich zu diesen Preisen keine Experimente beim Essen machen wollte, wurde es ein Wiener Schnitzel mit Pommes. Genauer gesagt bekommt man sogar zwei Wiener Schnitzel – satt wird man auf jeden Fall. Dazu ein leckerer Weißwein – das Leben kann so schön sein…

Die Einstiegsfrage auf Sylt scheint immer zu lauten, wie lange im Jahr man denn da sei. Als Tagesgast stach ich da aus der Masse heraus, denn alle an meinem Tisch hatten eine Wohnung oder ein Haus auf der Insel. Es war ein sehr angenehmer Abend mit netten Leuten. Nach zweieinhalb Stunden in der Sansibar ging ich noch für eine Stunde an den angrenzenden Strand und genoss den Sonnenuntergang.
Um Mitternacht war ich zurück in Kiel.
Das Fazit des Tages lautet: Sylt, ich komme gerne wieder.

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18. Ottendorfer Kanallauf

Heute fand der 18. Kanallauf von Ottendorf statt und geweckt wurde ich doch tatsächlich durch die Sonne. Das konnte ja nur gut werden. Auch wenn es morgens trotz Sonnenschein noch etwas kühl war und ein leichter Wind wehte, entschied ich mich für die kurzen Laufsachen.
In Ottendorf ist zum Kanallauf immer das gesamte Dorf auf den Beinen. Vor dem Start machte der Spielmannszug Musik und wer nicht als Streckenposten eingeteilt ist oder im Start-Ziel-Bereich aushilft, steht an der Strecke und feuert die Läufer an. Das ist toll.

Um 10 Uhr ging es gemeinsam mit Connie, Mike und Gunther auf die insgesamt 11,1 Km lange Strecke. Die ersten 3,5 Km führten durch die Felder. Der Raps beginnt erst so langsam zu blühen und so war die vorherrschende Farbe auf den Feldern noch grün. Anschließend kamen die 3 Kanal-Kilometer. Dieses Jahr gab es dabei leider nur ein Schiff zu sehen,  die Halland. Nach dem Kanal ging es wieder zurück in Richtung Ottendorf. Die Strecke ist echt schön zu laufen und zusammen mit dem Frühlingswetter macht es sogar doppelt Spaß.

Da die Batterie meiner Uhr in den letzten Tagen den Geist aufgegeben hat, lief ich nach Gefühl. Schnell schloss ich mich einer Gruppe mit angenehmem Tempo an. Und die Zielzeit von 54:04 Minuten liegt sogar unter dem angepeilten 5er Schnitt. Im nächsten Jahr bin ich sicher wieder dabei.
Der nächste Lauf in meinem Kalender ist der Fischhallen-Lauf in 14 Tagen.

On the Road again…

Nach einer längeren Trainings- und Laufpause geht die neue Saison so langsam wieder los. Da auch die Groupies ziemlich eingespannt sind, wurde das einmal als Geburtstagsgeschenk gestartete Fan-Projekt “Hotte`s Lauf-Groupies” wieder eingestellt. Wenn es passt, sind sie bestimmt auch mal wieder an der Strecke dabei, eingeplant werden sie aber nicht.

Am vergangenen Wochenende stand gleich ein Doppelstart auf dem Programm: der Firmen-Cup Schleswig-Holstein und der Hamburg Marathon.

Samstag fand der Firmen-Cup Schleswig-Holstein auf dem Nordmarksportfeld in Kiel statt. Während einige Kollegen beim Fußballturnier und andere beim Volleyballturnier antraten, ging ich zusammen mit Mario und Falko als avocis Laufgruppe auf die 5 Kilometer lange Hindernisstrecke. Dabei galt es auf dem 2,5 Km langen Rundkurs verschiedenste “Hürden” zu überwinden. Gleich zu Beginn mussten wir durch einen knietief mit Sand und Wasser gefüllten Container stapfen und hatten den Rest des Laufes ziemlich schwere Füße. Anschließend ging es eine Rutsche runter, die immer wieder mit Wasser und Spülmittel glatt gehalten wurde. Super, jetzt war auch die restliche Kleidung nass. Insgesamt gab es 14 Hindernisse, von denen einige an einen Millitär-Parcour erinnerten. Hervorzuheben ist hier vor allem die Norder-Wand – eine ca. 2m hohe Bretterwand. An der hing so mancher Teilnehmer wie ein nasser Sack…
Bei dem Wettbewerb stand der Team-Gedanke im Vordergrund und nicht die Zielzeit. Also, beschlossen wir, den gesamten Kurs als Gruppe zu absolvieren und auch zu beenden und gingen es ruhig an. Unsere Zeit von 53:20 Min. war absolut nebensächlich und hatte den Vorteil, dass Christiane jede Menge Fotos schießen konnte. Vielen Dank dafür.
Durch diesen Hindernislauf auf den Geschmack gekommen, haben wir drei uns für den Urbanathlon in Hamburg am 25.08. angemeldet. Das wird bestimmt der Hammer.

Am Sonntag durfte ich dann als Schlussläufer die mobilcom-debitel Staffel beim Hamburg-Marathon unterstützen. Eigentlich hatte ich mir nach meinem ersten und einzigen Marathonstart vor einigen Jahren vorgenommen, nie wieder über 42 Km an den Start zu gehen – aber eine Staffel ist etwas anderes.
Um ihre Firmenstaffel nicht ausfallen lassen zu müssen, rief Connie 10 Tage vor dem Lauf an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, in Hamburg mit zu laufen. Spontan sagte ich zu und es war klasse.
Früh morgens ging es nach Hamburg, wo auf dem Heiligengeistfeld schon richtig viel Trubel herrschte. Von den anderen drei Staffelläufern kannte ich nur noch Mike, unseren Startläufer. Mit Mounir und Matthias wurde die erwartete Wechselzeit vorher per E-Mail geklärt. Wir trafen uns mit weiteren Läufern der mobilcom-debitel um 8:00 Uhr und verteilten die Startunterlagen. Unsere Staffel hatte die Nummer 20216.
Der Staffelwettbewerb fand erstmalig statt und es gab gleich über 1000 Staffelanmeldungen. Die 4 Abschnitte waren unterschiedlich lang, sodass eigentlich jeder mitmachen kann: 14,8 Km + 10,6 Km + 5,3 Km + 11,5 Km. Als Staffelstab diente der Transponder, der am Fußgelenk befestigt und beim Wechsel übergeben werden musste.
Los ging`s um 9:00 Uhr. Das Wetter war toll zum Laufen – sonnig und leicht windig. Die Staffelläufer fuhren dann mit der U-Bahn zu ihren Startpunkten. Das war schon eigenartig: die Bahnen waren rappelvoll – nur mit Läufern und Fans. Während wir Staffelläufer warteten, konnten wir die schnellen Läufer anfeuern. Unglaublich, wie schnell die noch waren, denn ich stand immerhin bei Kilometer 31!
Matthias war 10 Minuten schneller als vorhergesagt und nun konnte auch ich  endlich die wahnsinnig tolle Stimmung auf der Strecke genießen. Gleich nach wenigen hundert Metern fiel einer Zuschauerin auf, dass ich ja noch ziemlich frisch aussah… Die Zuschauer waren überhaupt das Beste. Da wurde mit allem Lärm gemacht, was sich im Haushalt finden lässt und so manches Brunch an den Straßenrand verlegt. Herrlich. Wer auf den letzten Kilometern eine Aufmunterung oder etwas zu Trinken brauchte, hat es sofort bekommen. Außerdem machten sie jeden Spaß mit: Ein Läufer verlangte etwa bei Km 38 einen Schluck Sekt als Entschädigung dafür, dass bei den Fans am Straßenrand Brother Louie von Modern Talking lief. Und er bekam ihn umgehend.
Auch die Schilder und Transparente waren wieder super. Neben unzähligen Aufmunterungen wie “Papa/Mama/Schatz, Du schaffst das” und ähnlichen, blieb mir ein Spruch besonders in Erinnerung. Kurz vor dem Ziel humpelten zwei Läufer an einem Transparent mit dem wohl passendsten Spruch für den Marathon vorbei: Schmerz geht, Stolz bleibt. Was für ein Bild…
Etwa 300m vor dem Ziel warteten die übrigen Staffelläufer, damit das gesamte Team die Ziellinie überqueren konnte. Eine wirklich schöne Idee. Uns fehlte zwar ein Läufer, aber wir übrigen drei haben die letzten gemeinsamen Meter über den roten Teppich genossen und waren einfach nur glücklich, dabei gewesen zu sein. Am Ende stand eine Nettozeit von 4:00:37 h auf der Uhr und ich bin sicher, dass dies nicht meine letzte Teilnahme an einem Staffel-Marathon war.

Zieleinlauf der Staffel

Da wir im Büro gerade einen Laufkalender für 2012 entwickeln, stehen diesen Sommer auch Läufe in Berlin und Rostock auf dem Plan. Dort hat der avocis Konzern ebenfalls Standorte und die Läufer können sich so konzernweit kennen lernen und austauschen. Mal sehen, ob das klappt.

Mein nächster Start ist am kommenden Sonntag beim Ottendorfer Kanallauf. Bis dahin sind auch die Beine wieder frisch.