Monatsarchiv: April 2009

Baggern und Weinmesse – der Frühling in Hamburg

Am Samstag war es endlich so weit: Ich löste einen Gutschein für den Baggerplatz in Hamburg ein. Den hatte ich von Groupie Daniela geschenkt bekommen und wir kombinierten unseren Trip in die Hansestadt mit einem anschließenden Besuch beim „Frühlingsfest des Weines“ der Firma Rindchen.

Schon die Anreise war ein Erlebnis: Morgens um 7:20 Uhr ging es mit dem Zug in Kiel los. Den Termin hatten wir um 10:00 Uhr in Hamburg Veddel. Am Hauptbahnhof angekommen erfuhren wir von einer netten Dame im Tourismusbüro, dass die öffentliche Nahverkehrsanbindung in diese Ecke Hamburgs am Wochenende nicht so gut ist. Die empfohlene S-Bahn fuhr dann leider auch nur eine Station weit und drehte um. Wieder im Hauptbahnhof angekommen, pöbelte ein ziemlich abgewrackter Typ mit Plastiktüte uns an „Halt die Fresse und fahr nach Hause!“, als Daniela mir gerade etwas erzählte. Wir meckerten zurück und nahmen die richtige S-Bahn. In Veddel ausgestiegen, gab`s kein Taxi und wir fragten zwei Busfahrer nach dem Weg. Es sollten etwa 20 Minuten Fußweg sein bis zum Baggerplatz.

Wir marschierten los und es ging zunächst eine Kanalpromenade entlang. Dann mussten wir unter einer Autobahn hindurch ( die Unterführung dient offenbar als Treffpunkt und Toilette in einem ) und irrten noch kurz durch eine Kleingartenkolonie, ehe wir die beschriebene ARAL-Tankstelle fanden. Von hier ging es noch einige Minuten zwischen Lkw und Lagerhallen hindurch und dann waren wir endlich da.

Die erste Regel auf dem Baggerplatz lautet: „Hier duzen wir uns alle!“ Klasse, das finden wir gut. Matthias freute sich, dass wir nicht überfallen wurden ( ehrlich ! ) und gab eine Trockeneinweisung mit einem kleinen Modell-Bagger. Er zeigte, dass so ein Gerät auch umkippen kann. Dann ging es raus und ich erhielt von Frank die Einweisung im Führerhaus „meines“ 22,5 t Hydraulik-Kettenbaggers. Ganz schön groß so ein Ding…

Die Steuerung läuft fast ausschließlich über zwei Joysticks und zwei Pedale: rechts wird der Arm auf und ab bewegt und die Schaufel geöffnet bzw. geschlossen. Links wird der Arm ausgestreckt und der Aufbau gedreht. Die Pedale sind für die beiden Ketten. Als letzten Tipp bekam ich noch gesagt, dass ich den Kopf einfach ausschalten und etwas ´rumprobieren solle. Das kriege ich hin.

Vor mir lag ein riesiger Berg Sand und ich machte mich vorsichtig ans Werk, die erste Schaufel aufzunehmen. Was für ein Gefühl. Einfach geil. Der Bagger ruckelt und quietscht ordentlich, aber es passiert tatsächlich nichts weiter. Schnell wurden einige Schaufeln von links nach rechts gebaggert und für die Erinnerungsfotos das Führerhaus noch mal in Richtung Daniela gedreht. Dann sollte ich einen großen Brocken Lehm umbaggern. Das klappte auch mit Franks Hilfe nicht richtig und da habe ich ihn eben einfach plattgewalzt und als Haufen Sand versetzt. Geht doch! Noch ein bisschen hin und her gefahren und nach etwas mehr als 20 Minuten war der Spaß vorbei. Frank rief uns ein Taxi und unterhielt uns in der Wartezeit mit einigen Anekdoten und Kaffee. Daniela bekam noch den Tipp, dass die Männer nach dem Baggern immer quasi willenlose Wesen sind, die über das ganze Gesicht strahlen und mühelos in jeden Schuhladen Hamburgs zu bekommen sind. Das blieb mir zum Glück erspart.

Eine Klasse-Sache so eine Bagger-Einheit. Absolut zu empfehlen. Vielen Dank noch einmal an das Team vor Ort.

Mit dem Taxi und der S-Bahn ging es zurück zum Hauptbahnhof. Da wir ja noch auf die Weinmesse wollten, waren wir für den Baggerplatz etwas overdressed aber für die Mönckebergstraße genau richtig angezogen.

Wir flanierten in Richtung Handelskammer und für Daniela fiel auf dem Weg dorthin noch ein Besuch im Obergeschoss von Douglas ( gibt`s wirklich ) und eine neue Sonnenbrille ab. Bestens ausgestattet und „eingedieselt“ machten wir vor dem Rathaus eine kurze Pause und genossen die Sonne und den Trubel, der dort herrschte. Die Metrobusse in Hamburg haben sogar 2 Gelenke und sind entsprechend lang – sieht irgendwie unwirklich aus.

Vor uns wurden gerade Lautsprecher auf einem Anhänger montiert und den Plakaten nach sah es auf den ersten Blick aus wie die Vorbereitungen zu einer Demo der Grünen.

Wir schlenderten einen großen Kreis einmal um die Handelskammer herum und landeten wieder vor dem Rathaus. Dann stellten wir fest, dass wir eigentlich nur hätten wenige Meter in die entgegen gesetzte Richtung gehen müssen. Naja, ohne Stadtplan und bei strahlendem Sonnenschein ist das nicht schlimm. Während wir uns noch über unseren Orientierungssinn wunderten, kam ein Demonstrationszug vor dem Rathaus an. Es war keine Veranstaltung der Grünen sondern eine Demo gegen das Bildungs-Chaos in Hamburg. Uschi als „irgendwie-auch-Betroffene“ besorgte sich gleich einen großen Aufkleber, machte Fotos und wir „demonstrierten“ einige Minuten mit.

Schließlich war es Mittag und wir gingen zur Weinmesse.

Unsere Tickets waren nicht rechtzeitig angekommen und Daniela musste erst einmal klären, wie es sich mit der Bezahlung vor Ort und der in der Post befindlichen Rechnung verhält. Das ist eigentlich kein allzu komplizierter Sachverhalt aber wir lernten, dass man sich daran etwas aufhalten kann. Im Ergebnis wurde aber alles geklärt.

An 35 Weinständen verteilt auf zwei alte Börsensäle konnten die Weine der unterschiedlichen Regionen verkostet werden. Die Winzer standen dazu Rede und Antwort. Das war manchmal sehr unterhaltsam und manchmal bestellt man einfach nicht, weil der Winzer offensichtlich kein Interesse daran hat. Andere Weine schmecken im lockeren Gespräch einfach gut.

Nachdem es ( wie immer eigentlich ) erst einige Pröbchen braucht, bis die Atmosphäre sich lockert, trafen wir dann auf einen Engländer, der keinen Hehl aus seiner Vorliebe für Bier machte und später immer dort zu finden war, wo es klirrte oder schepperte. Er hatte offensichtlich tatsächlich wenig Erfahrung mit Wein und gehörte eindeutig zu den Veranstaltungs-Vollsten. Im wein-seeligen Smalltalk bekommt man auch von völlig Fremden erzählt, dass „die Welt überall schön ist“ und man mal da und dort hin müsse. Lustige Unterhaltung gab es gratis und einige leckere Tropfen wurden gleich bestellt.

Daniela plauderte etwas ausgiebiger am Südafrika-Stand und lernte mit Gerd Rindchen auch noch den Veranstalter selbst kennen.

Das war sicherlich nicht unsere letzte Wein-Messe.

Auf der Rückfahrt im Zug wurden durch eine Handball-Mannschaft unterhalten, die sich einen schönen Tag in Hamburg gemacht hatte.

Gegen 23 Uhr waren wir wieder zu Hause und fielen ziemlich kaputt ins Bett.

Vielen Dank noch einmal an Daniela für die Ideen und zu diesem rundum gelungenen Tag.

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Dart-WM in Las Vegas – Nachtrag

Übermorgen geht es ab nach Las Vegas.

Rechtzeitig zum Abflug gibt es hier eine Richtigstellung zum ersten Dart-WM-Artikel:

Gerrit ist mit den Thunder-Birds D-Vizemeister beim DDSV in Berlin geworden und fliegt daher mit den Rebels nach Las Vegas.

Danke an Charly Scholz ( Oldman )  für den Hinweis, denn „Ehre, wem Ehre gebührt“.

Ich wünsche Euch für Las Vegas viel Erfolg, Gut Dart und eine schöne Zeit

Ostern 2009

Ostern ist vorbei und es kann ein Resumee gezogen werden. Neben reichlich Leckereien und Super-Wetter waren tatsächlich auch zwei Trainingseinheiten dabei. Am Ostersamstag und Ostermontag lief ich jeweils etwa 45 Minuten rund um den Binnensee in Heiligenhafen. Das tat richtig gut und das Essen schmeckte dann gleich noch viel besser. Die nächsten Läufe können also kommen.