Monatsarchiv: September 2007

Trainingslager Punta Cana 2007

Eigentlich wollte ich ins Trainingslager ins kenianische Hochland reisen, um mich auf die letzten Läufe der Saison vorzubereiten und den Groupies neue Bestzeiten zu liefern. Irgendwo bin ich aber falsch abgebogen und stattdessen in der Dominikanischen Republik gelandet. Zum Glück war das blonde Groupie mit und wir beschlossen, das Beste aus der Situation zu machen.
Offenbar hatten sie schon von uns gehört, denn gleich zur Begrüßung legte man uns ein stylisches Armband an und wir hatten in der Anlage alles umsonst. Außerdem war jedermann unser amigo. Es ist einfach herrlich, bekannt zu sein…
Die Sportlernahrung wurde als Buffet gereicht und die leistungsfördernden Getränke gab es an jeder Ecke und sie hatten als Grundstock irgendwie alle Rum. Ein kurzer Anflug von Zweifeln, ob das alles so gut für die Laufzeiten ist ( immerhin gibt es keine dominikanischen Spitzenläufer ) wurde mit 2 Getränken beseitigt.
Hier wurde ein Ansatz verfolgt, bei dem die Regeneration im Vordergrund steht. Und da ich neuen Trainingsmethoden durchaus offen gegenüberstehe, hielt ich mich streng an das Konzept. Nach dem Frühstück stand eine erste Einheit „Entspannung“ am Palmenstrand auf dem Programm, die nur durch leichtes Boccia sowie etwas Volleyball und Schwimmen oder Schnorcheln unterbrochen wurde. Selbst die vielen kleinen bunten Fische schienen schon von uns gehört zu haben, denn sie kamen gleich angeschwommen.
Mittags ging es zum BBQ – eine besondere Form der Sportlerernährung aus den USA – rüber an den Pool. Dazu immer wieder die leckeren Sportgetränke. Danach war erst mal Siesta angesagt. Hierbei wird versucht, den Ruhepuls des Athleten immer weiter abzusenken.
Die groupies heißen dort übrigens chicas und laufen den ganzen Tag in ihren Bikinis am Strand entlang. Nach der Siesta ging es wieder ans Trainieren – Palme rauf und Palme runter. Auch ein „Absturz“ von der Palme konnte mich nicht stoppen.
Im Selbstversuch habe ich dann noch bewiesen, dass man auch vom barfuß-amStrand-Gejogge Blasen an den Füßen bekommt. Eine Erkenntnis, die mich doch etwas überraschte.
Hurrikan Dean wollte uns zuerst auch noch einen Besuch abstatten, drehte dann aber glücklicher Weise ab.
War sonst noch ´was? Ach ja, eine Höllentour auf einer Gummibanane hinter einem Motorboot mit einem Irren am Steuer ( wahrscheinlich hat den die Konkurrenz geschickt… ). Eigentlich war diese Übung gedacht, um die Koordination zu schärfen. Nach 15 Minuten kamen 5 von 7 Teilnehmern als „Invaliden“ ans Ufer zurück. Die beiden Unverletzten hatten sich zwischenzeitlich geweigert, auf die Banane zurück zu kehren und beendeten die Tour im Boot. Groupie Daniela hat offensichtlich eine kleine Gehirnerschütterung abgegriffen, als sie beim Abflug von der Banane mit dem Kopf eines befreundeten Kanadiers zusammenstieß. Mir flog irgendwie jemand in die linke Seite und ich nahm die Rippenprellung. Wir hatten noch eine angeschlagene Nase ( aus dem crash mit groupies Kopf ) und eine Zerrung der Oberschenkel, als der vorne Sitzende „ballerinamäßig im Spagat abstieg“. Dabei bekam er auch noch Danielas Badeschuh ins Gesicht, jedenfalls hatte er den im Mund stecken, als er wieder auftauchte. Trotzdem hatten wir irgendwie alle Spaß.
Leider hat das aber zur Folge, dass derzeit an Training nicht zu denken ist. Entsprechend musste ich auch die schon fest eingeplanten Läufe im September absagen.
Die Groupies ertragen das aber sehr tapfer und freuen sich umso mehr auf meinen nächsten Start.
Als Fazit lässt sich erkennen, dass es mich gar nicht wundert, dass keine guten Läufer aus der Dominikanischen Republik stammen. Diese Form des Trainings macht nicht wirklich schneller. In diesem Sinne werde ich wieder auf das bewährte Lauftraining umsteigen und freue mich schon auf die nächsten Strecken.
Hotte
PS Ein besonderer Dank geht an unseren persönlichen Hurrikan-Beobachter Rüdiger, der uns per SMS immer auf dem Laufenden hielt, wie Dean sich entwickelt.

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