Monatsarchiv: August 2009

August 2009 – Sauna statt Strand

Hm, dieses Wochenende verlief doch etwas anders als geplant.

Los ging es bereits am Donnerstag, als ich nach der Arbeit noch laufen wollte. Mein Zeitplan war bereits am Nachmittag dahin und ich ging erst zum Blut spenden und verschob das Laufen auf Freitag früh.

Am Freitag ging es dann tatsächlich um 6 Uhr raus für einige Runden durch den Park. Die Zeiten waren nicht berauschend, aber wer erwartet das zu dieser frühen Stunde schon? Das Trainingspensum wird gerade etwas umgestellt. Die Einheiten werden kürzer, dafür schneller – jedenfalls in der Theorie. Freitag früh wurde nur der erste Teil umgesetzt.

Abends waren Daniela und ich zum Grillen eingeladen. Das war richtig lecker und ein wirklich netter Abend. Danke noch mal nach Grube an Sandra und Marco.

Samstags sollte es dann den ganzen Tag an den Strand gehen. Ein morgendlicher Blick aus dem Fenster ließ uns diesen Plan aber auf den Nachmittag verschieben. Dunkle Wolken, Wind und im näheren Umfeld schon Gewitter. Das kam dann gegen Mittag auch zu uns und wir mussten einen neuen Plan schmieden. Unsere Wahl fiel auf die Sauna. Ende August und Sauna? Ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Gedanke, aber nicht ohne Reiz.

Wir fuhren im Laufe des Nachmittags hin und es war ziemlich voll. Nach einigen Sitzungen in der 65, 85 und 95 Grad-Sauna sowie dem Dampfbad und einigen Runden im Eisbecken und Schwimmbad, die nur durch ausgiebige Pausen im Ruheraum unterbrochen wurden, waren wir nach fast 5 Stunden wieder zurück. Herrlich.

Zum anschließenden Besuch der Kult(o)urnacht in Heiligenhafen, waren wir viel zu entspannt. Also ging es nur noch für Pizza und DVD auf die Couch.

Gelaufen wird dann heute Abend wieder eine kurze aber schnelle Runde.

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Leichtathletik-WM in Berlin – Schön war´s

Gerade ist die Leichtathletik WM in Berlin zu Ende gegangen. Schade eigentlich. Es gab viele Klasse-Leistungen und auch einige lustige Szenen.

Allen voran machte das Maskottchen Berlino richtig Laune. Es war immer irgendwie mittendrin und hat allerlei Unsinn mit den Sportlern angestellt. Hut ab. Im Stadion war es schon warm und in dem Kostüm bestimmt kaum auszuhalten. Selbst mein mentaler Landsmann Usain Bolt ließ es sich nicht nehmen, mit Berlino herumzukaspern.

Gestern guckte ich zusammen mit Groupie Daniela und wir schlossen die 4x100m Mädels nach ihrem Halbfinale gleich ins Herz. Das Interview danach war super.

Mein kurzes Fazit fällt sehr positiv aus. Die Deutschen haben einige Medaillen gewonnen, WR gab`s und auch manche Tragödie trug sich zu. Dazu echte Gänsehaut-Momente ( z.B. Oeser + Kleinert / Bolt / Friedrich / ach, so viele ).

Nur die Orga hat es irgendwie nicht geschafft, das Stadion voll zu bekommen. Und das Statement, dass man alles richtig gemacht habe, ist ja wohl ein Scherz. In Zeiten des WWW war es nicht möglich, kurzfristig online Tickets zu reservieren und die Mitarbeiterinnen in der Hotline waren bemüht, konnten aber auch nicht helfen.

Bei den beiden TV-Stationen hatte die ARD die Nase vorn. Die Interviews waren besser und die Kommentare nicht so platt. Gerne mehr Co-Kommentatoren aus der Leichtathletik selbst – das ist immer interessant.

Ich freue mich schon auf die nächste WM in zwei Jahren und dann auf die Olympiade 2012 in London.

Sundlauf 2009

Heute fand der 26. Sundlauf in Großenbrode an der Ostsee statt. Ich hatte mir bis zum Schluss vorbehalten zu starten oder auch nicht. Genauer gesagt, bin ich dann beim Küstenlauf über 10 Km angetreten, der Sundlauf geht über die doppelte Distanz. Nachdem ich im letzten Jahr die Altersklasse gewonnen hatte, wollte ich den Titel natürlich verteidigen. Am Ende wurde es Platz 2 in einer Zeit von 46:00 min. Das war 19 sec schneller als im letzten Jahr aber immer noch fast 5 min langsamer als der Sieger. OK, 5 min sind nicht mal ärgerlich – da kam ich nicht ran.

Wie im letzten Jahr auch, machte Groupie Daniela am Abend vorher Köttbullar. Lecker. Da ich nicht genau wusste, ob ich überhaupt starte, hatten die Groupies frei.

Um kurz nach 6 ging der Wecker und ich drehte mich erst mal wieder um. Gegen halb 7 stand ich auf und machte Kaffee. Nachmelden konnte man bis 8:30 Uhr, Start war um 9:15 Uhr. Pünktlich um 8:15 Uhr fand ich mich im Startbereich ein um mich anzumelden und es begann sofort das Getuschel über die „Gazelle“. Dabei zeigte man auf mich. „???? – Kennen die mich etwa? Woher? Und bezeichnen mich gar als Gazelle?“ nach etwa 30 sec löste sich das Rätsel. Genau hinter mir stand der spätere Gesamtsieger Paul Muluve aus Lübeck. Ein dunkelhäutiger Läufer mit der typischen Langstreckenfigur. OK, er war sofort auch mein Favorit auf den Sieg und benötigte am Ende genau 37:00 min.

Der Startschuss erfolgte pünktlich und es ging zunächst an der Promenade entlang. Danach liefen wir einige Kilometer durch die Felder und die letzten beiden Kilometer durch den Ort selbst. Festzuhalten bleibt, dass ich im Ziel richtig platt war und die Temperaturen bereits morgens um 10 Uhr die Tageshöchstwerte aufwiesen.

Etwa 200m vor dem Ziel kam ein kleiner Junge direkt auf mich zugelaufen, von dem ich wusste, dass sein Vater in meiner AK antritt. Er rief „Los, Papa. Gleich bist Du da.“ Das setzte noch einmal Reserven frei, denn sein Vater war direkt hinter mir. Im Ziel waren wir dann knapp 10 sec. auseinander.

Zum Duschen fuhr ich nach Hause und zur Siegerehrung waren Groupie Daniela und ich wieder vor Ort. Danach ging es für sie an den Strand und für mich erstmal zur Regeneration auf die Couch.

Im nächsten Jahr sind wir bestimmt in voller Besetzung dabei.

Leichtathletik-WM in Berlin

Das erste Wochenende der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin ist vorbei und es gab bereits einige Höhepunkte. Als leidenschaftlicher Fan solcher Großereignisse war ich natürlich die meiste Zeit am TV dabei.

Herauszuheben ist am ersten Wettkampftag aus deutscher Sicht natürlich die Bronze-Medaille für Ralf Bartels im Kugelstoßen. Sportlich gehörten neben den 7-Kampf-Mädels vor allem die 100m Vor- und Zwischenläufe zu meinem absoluten Lieblingsprogramm.

Bei den deutschen Mehrkämpferinnen lag Jennifer Oeser auf Medaillienkurs. Hey, da geht doch was. Etwas irritiert war ich über die Blondine im blau-gelben Shirt und mit russischem Namen. Das war doch eigentlich das schwedische Erkennungszeichen. Aber der Schwedenhappen hatte doch nicht gemeldet. Aha, die Ukrainerin war`s und die sieht irgendwie schwedisch aus. Beeindruckend auch wie die nur 1,64m kleine Jessica Ennis locker über 1,92m sprang.

Bei den Sprintern waren die Superstars gleich neben echten Exoten am Start. Die haben teilweise noch nie mit einem Startblock gearbeitet und die, die es auf dem Vorbereitungsplatz gibt, sind auch noch andere Modelle als die im Stadion. Von drei Deutschen kam nur einer in den Zwischenlauf und schied dort leider aus. Die absoluten Rockstars der Szene sind aber Bolt, Gay, Powell und Bailey. Und die hatten ihre Auftritte an beiden Tagen.

Im Zwischenlauf am Samstag dominierten Usain Bolt und sein Trainingskumpel Daniel Bailey das Rennen dermaßen, dass sie nach 50 Metern auf die Bremse traten und lächelnd und entspannt als Erster und Zweiter mit 10,02 bzw. 10,03 sec ins Ziel trudelten. Asafa Powell machte es im Vorlauf fast zu lässig und qualifizierte sich „gerade noch so“, obwohl er eigentlich weit überlegen war. Tyson Gay hingegen machte keine Spielchen auf der Bahn sondern ging hoch konzentriert an seine Läufe und zog mit 9,98 sec ins Halbfinale ein. Juchu, das lässt für Sonntag einiges erwarten. Ich war mental schon ein echter Jamaikaner.

Am Sonntag überlegte ich mir früh morgens spontan, nach Berlin zu fahren und das ganze live zu erleben. Bedingung musste dabei aber sein, dass ich eine Eintrittskarte sicher habe. Ein Anruf bei der Orga, deren Vertreter Samstag im TV noch rumjammerten, dass das Stadion nicht voll sei, half aber auch nicht. Man verwies mich auf die Homepage. Ach nee, da stand doch nur die Telefonnummer. Die nette Dame stimmte mir zu und sagte, dass es wohl nur noch Karten an der Tageskasse gebe. Die kosten 85 – 153 Euro und telefonisch reservieren geht nicht. Ich solle mal hinkommen, es gibt bestimmt noch welche… Ähm, das ist dann doch etwas teuer und riskant. Da bleibe ich lieber in der eigenen Couch-Loge. Kein Wunder, dass sie das Stadion nicht voll kriegen.

Kaffee geholt und die 7-Kämpferinnen geguckt. Es traten dann auch noch die kräftigeren Damen vom Speerwerfen und Kugelstoßen auf den Plan. Mittags war dann Pause und ich radelte zum Strand.

Pünktlich zu 18 Uhr war ich zurück und bereitete mich langsam auf die 100m Halbfinals vor. Außerdem hatte ich überlegt, wie geil wohl eine 4x100m Staffel mit Powell, Gay, Bolt und mir als Schlussläufer wäre. Diese Idee reichte ich auch via Twitter weiter und Rüdiger verarbeitete sie gleich in einem Artikel und zu einem Lied.

Die Halbfinals der Männer starteten gleich mit einem Fehlstart von Bolt. Ey, nicht dass der noch wegen so was ausscheidet. Wir wollen doch ein echtes Finale sehen. Aber für die Favoriten lief alles glatt. Die langsamste Qualifikationszeit für das Finale waren 10,04 sec. Das ist ja mal ne Marke!

Bei den 7 Kämpferinnen lief es dann auf einen Showdown für Jennifer Oeser im abschließenden 800m Rennen hinaus. Der hatte es dann auch in sich. Nach 350m stürzte sie, rappelte sich sofort wieder auf und wurde von den knapp 50.000 Zuschauern nach vorn getrieben. Innerhalb einer Minute rollte sie das Feld von hinten auf und stürmte an den direkten Konkurrentinnen vorbei auf den Silberrang. Wahnsinn. Was war denn da plötzlich im Stadion los? Gänsehaut pur.

Während sie im Zielbereich völlig platt auf der Bahn saß, sicherte sich Nadine Kleinert quasi parallel ebenfalls die Silbermedaille im Kugelstoßen. Plötzlich brachen alle Dämme. Die beiden Mädels teilten sich eine Deutschlandfahne und drehten eine Stadionrunde. Die Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen. Ich auch. Ein Ordner wies zunächst erfolglos auf den Zeitplan hin, denn die Sprinter saßen schon auf den Startblöcken, warteten und schauten sich das Treiben an. Die Zuschauer pfiffen den armen Volunteer auch noch aus, als er die Silber-Mädels aufforderte, die Laufbahn zu verlassen. Nach einigen weiteren Minuten war die Bahn frei und die schnellsten Menschen auf dem Planeten durften ran. Direkt vor dem Start gab es die üblichen Spielchen und Rituale. Danach folgte die sportliche Show.

In unglaublichen 9,58 sec lief Usain Bolt zu Titel und Weltrekord. Sein großer Konkurrent Tyson Gay wurde in 9,71 sec Zweiter vor Asafa Powell in 9,84 sec. Und wieder flippten die Zuschauer aus. So muss es sein. Was für ein Abend. Mehr davon.

Die vorher mit Rüdiger abgemachte Wette, mit Rasta-Perücke in die Seebar zu gehen, wenn Bolt wie in peking wieder 3x Gold holt, habe ich wohl schon „gewonnen“. Wer will denn ernsthaft daran zweifeln, dass Bolt auch die 200m gewinnt? Und welche Staffel soll uns Jamaikaner denn bitteschön besiegen? Ich habe jetzt eine Woche Zeit, mir so eine Karibik-Mütze mit Rasta-Locken dran zu besorgen.

Mönkeberg macht Spaß

Gestern stand wieder einmal ein Ausdauerlauf von mind. 1h an. Dafür geht`s dann 30 Minuten in eine Richtung und wieder zurück, denn eine Stunde im Park ist einfach zu eintönig. Ich entschied mich für Richtung Mönkeberg. Der Schwentine-Wanderweg ist seit der Begegnung mit einer Schlange im letzten Jahr tabu. Also rüber über die Schwentine und durch Diedrichsdorf und dann ist es nicht mehr weit.

In Mönkeberg grüßen die Radler den Jogger noch anstatt ihn anzupöbeln und die Autofahrer halten an, um einen freundlich über die Straße zu winken. Das ist ja wie im Film.

Toll, da fällt das Laufen doch gleich viel leichter. Außerdem scheint es ein echter Geheimtipp zu sein, denn in 1:10h Laufzeit habe ich nur einen anderen Läufer getroffen. Und Steigungen hat das Profil auch noch.

Ich komme gerne wieder.

Fußball-Hymnen

Na so was. Beim Durchhören einiger älterer CD`s finde ich eine mit Fußball-Liedern. Nicht schlecht, da habe ich gleich Stadion-Atmo in der Bude.

Und es taucht eine bereits mehrfach diskutierte Frage auf: Welches Lied ist das geilste?

Als vereinstechnisch unbelasteter Hörer, bin ich nicht durch eine eigene Hymne beeinflusst. Mein Favorit ist eigentlich „You`ll never walk alone“ in der live-Version aus dem Stadion an der „Anfield Road“. Dicht heran kommt aber schon „Glory Glory Man United“.

Vielleicht stelle ich das mal bei Twitter zur Abstimmung.

Hotte dopt gedanklich

von R-Digger

Die nächsten Läufe sind nicht mehr weit und wie der Trainingszustand unseres Athleten aussieht, kann keiner so genau sagen, denn Hotte trainiert nur im Verborgenen. Dass er den leistungssteigernden Substanzen nicht abgeneigt ist, haben wir ja schon erfahren, doch der Effekt hatte sich meist nicht eingestellt (Man erinnere sich an den Spruch: „Schokokram macht Beine lahm“, auch Tortendiäten schlugen regelmäßig fehl).

Nun hat sich Hotte offenbar etwas anderes ausgedacht, dass niemals nicht in Blut- und Urinproben nachweisbar ist: Gedankliches Doping! Dankbare Vorlage liefern dabei die Leistungen der Jamaica-Connection um Usain Bolt, der heute Abend eindrucksvoll und mit Weltrekord von 9,58sec die Goldmedaillie bei der Leichtathletik-WM in Berlin ersprintete. Beweise: Hottes Tweets vom Wochenende:

Noch nie ist ein weißer Sprinter unter 10 Sekunden gelaufen? Dann sattel ich eben um auf die Kurzstrecke und ändere diesen Zustand. #träum Link

Wenn Usain Bolt mehr Bier trinkt, hat er fast meine Figur. Dann hampel ich auch so am Start rum. *g* *Link

Heute Abend bin ich Jamaikaner und freue mich auf meinen Landsmann #Bolt Renn sie alle in Grund und Boden. Link

Bolt, Gay, Powell, Hotte – das wäre die wohl geilste Staffel des Jahres…#4x100m *träum* Link

@Kiel211 In meinem Plan bringe ich erst den Sieg, denn beim Wechsel sind wir noch 4. #all-stars Link

 

Um ihn da auch ein bisschen wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen, ein kleiner Liedtext zur Melodie von „Flipper“:

Man ruft nur Hotte, Hotte, gleich muß er doch kommen … wir warten im Ziel auf den Schleicher aus Kiel
Sie rufen Hotte, Hotte, Freund aller Läufer – „Seelenverkäufer“ hänseln die ihn…