Monatsarchiv: Februar 2009

Kein Geld mehr – Polizisten sollen im Privatwagen zum Einsatz

Die komischsten ( nicht unbedingt lustigsten ) Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Am 24.02. fand sich in den Lübecker Nachrichten folgende Geschichte:

Da dem Land die nötigen Mittel fehlen, jeder Ein-Mann-Polizeistation auch einen Streifenwagen zu stellen, müssen immer mehr Polizisten solcher Dienststellen auf ihr privates Fahrzeug umsteigen. Jeder Einzelstationsleiter musste bei Dienstantritt eine entsprechende Erklärung abgeben, dass er sein Privatfahrzeug zur Verfügung stellt. Als Gegenleistung steht ihm eine monatliche Kostenpauschale – je nach Fahrleistung – von bis zu 250 Euro zu.

Die Einwände der Polizei, dass Unfallstellen nicht mehr richtig gesichert werden können oder ihnen im dichten Straßenverkehr Platz gemacht wird, führten nicht einmal dazu, dass sie ein flexibles Blaulicht bekommen wie die zivilen Kollegen. An eine Sirene ist auch nicht zu denken. Wenn demnächst also ein „Irrer“ mit Lichthupe und Hupe von hinten angerast kommt, fahre ich lieber rechts ran und lasse ihn vorbei. Man will ja keinen Ärger.

Vielleicht gibt es zum Einsatz wenigstens ein magnetisches POLIZEI-Schild an die Tür wie bei der Fahrschule. Und was ist, wenn auf der Rückbank noch der Kindersitz steht und der Verdächtige nicht mehr reinpasst? Oder es sich um einen Zweisitzer handelt? Oder der betroffene Polizist gar kein Auto hat – muss er sich eins anschaffen oder aufs Fahrrad oder sogar Pferd umsteigen?

Fragen über Fragen, auf die unsere weisen Landesväter bestimmt auch noch eine Antwort finden. Geld ist jedenfalls erst mal keins mehr da. Das haben wir gerade der Landesbank gegeben, weil man dort so gut weiß, damit umzugehen.
Es tun sich aber auch ganz neue Möglichkeiten auf: Werbung ist z.B. auf dem privaten Pkw nicht verboten. Da kann die Polizei doch noch den ein oder anderen Euro erwirtschaften.

Man könnte vermuten, Schilda liegt irgendwo im nördlichsten Bundesland.

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Disc-Golf in Kellenhusen

Am 2. Weihnachtsfeiertag trat ich auf der einzigen 18-Loch Disc-Golf-Anlage in Schleswig-Holstein zum 1. Kellenhusener Weihnachts-Disc-Golf-Turnier an.

Andreas, der Bruder von Groupie Daniela, bat zum Ausgleich zu den diversen Festessen auf das Green. Natürlich ließ ich mich nicht zweimal bitten und war sofort vom Sieg überzeugt. Nachdem mir Begriffe wie Birdie, Par, Double-U ( ein Busch auf Bahn 7 ), der Specht-Wald ( einige Bäume, bei denen die einschlagenden Frisbeescheiben wie Spechte beim Hausbau klingen ) und andere Fachbegriffe eingetrichtert wurden, ging es nach dem Mittag los. Jeder Teilnehmer hatte eine Weihnachtsmütze mit Bommel auf. Diese diente nach einigen Punsch immer wieder als Entschuldigung dafür, dass die Scheibe über den Deich oder in die Dünen segelte. Ge-puttet wird mit einer speziellen Scheibe, die bei uns aber keinen großen Unterschied machte. Hier stand ganz klarder Spaß im Vordergrund.

Die halbe Kurverwaltung von Kellenhusen war am Start. Selbst ein „Busfahrer“, der noch nie einen Bus gefahren hat, war dabei. Des Rätsels Lösung liegt darin, dass jemand fand, er sehe eben aus wie ein Busfahrer, und ihn gleich so taufte.

Ich hatte den Parcour vorher 1x mit Andi gespielt und freute mich am meisten auf den Glühwein und die anschließende Player`s-Party. Das Wetter war für den Dezember ganz OK – es regnete nicht und Wind hatten wir auch keinen – kalt war es trotzdem.

Disc-Golf ist eine Mischung aus Golf und Frisbee. Als alter ultimate-frisbee-Fuchs rechnete ich mir zwar keine unbedingten Siegchancen aber einen Platz im gesicherten Mittelfeld aus. Um es vorweg zu nehmen – ich wurde 5. von 9. Wenn das keine Punktlandung war…

Gewinner wurde Andi, der den großen Siegerpokal als erster mit Cola-Whiskey füllen durfte. Auch die beiden zweit- und drittplatzierten, Heiko „MacBarnes“ und „MacWindows“-Glaser ließen es sich nicht nehmen, den Pokal zu füllen. Am Ende des Abends wurde der Pokal etwa 12x mit diversen alkoholischen Mischungen in einem Strand-Café aufgefüllt und ausgetrunken. Die Party ging dann in Andi`s Wohnung weiter. In direkter Nachbarschaft zu Heiko tauschten wir Whiskey/Cola gegen Bier und laute Musik.

Am nächsten Morgen war ich heiser und erinnerte mich hauptsächlich durch Fotos und Videos an den späteren Abend. Ich glaube auch, mich zu erinnern, dass ein Disc-Golf-Club gegründet werden sollte, der sich entsprechend im Internet präsentiert. Ich bin startklar.

Dart-WM in Las Vegas

Das gibt`s doch gar nicht… – Gerrit goes Las Vegas. Ich schlage die Lübecker Nachrichten auf und lese, dass sich ein alter Schulfreund sich für die Dart WM 2009 in Las Vegas ( 17. – 26. April ) qualifiziert hat. Wie geil ist das denn bitteschön???

Gerrit F., ein passionierter Darter aus dem beschaulichen Heiligenhafen, ist mit seinem Team, den Rebels aus Bad Segeberg, Deutscher Vizemeister geworden. Herzlichen Glückwunsch schon mal dazu. Doch damit fängt der Spaß erst an. Denn Gerrit und seine Rebels wurden vom Deutschen Sportautomatenbund ( DSAB ) nach Las Vegas eingeladen. Dort sollen die „hoffnungsvollen Darter“ die antretenden deutschen Teams verstärken.

Da wünsche ich doch viel Spaß, viel Erfolg und Come on Gerrit! Das nächste Bier auf dem Hafenfest geht auf mich.

And the Oscar goes to…

Nur noch wenige Stunden, dann geht es wieder los – Hollywood feiert sich selbst.

Und was man in Los Angeles kann, können wir schon lange. Nicht nur wegen der hitverdächtigen Vorstellung gestern ist völlig klar, wer den „Groupie-Oscar“ bekommt:

Bestes weibliches Groupie ist Daniela und bestes männliches Groupie ist der Roady himself – Rüdiger.

Ob die Academy tatsächlich den Mut hat, diesen Preis nachher im Rahmen der Gala im Kodak Theatre zu verkünden, bleibt abzuwarten. Ich bin gespannt.

„Mundraub“ mal anders

Als juristisch interessierter user bin ich offen für außergewöhnliche Geschichten, vor allem wenn sie aus dem Bereich der blinden aber bewaffneten Justicia kommen. So amüsierte mich auch folgende Begebenheit:

Ein 57-jähriger Zahnarzt aus Bayern muss 6000,- € Geldstrafe wegen Nötigung und Körperverletzung zahlen. Diese Meldung allein ist noch nicht ungewöhnlich. Was war also passiert?

Er begab sich im September 2008 zum Haus einer 35-jährigen Patientin. Diese hatte noch eine offene Rechnung von 700,- € für eine zahnärztliche Prothese und Behandlung. Um in das Haus zu gelangen, gab er sich an der Gegensprechanlage als Polizist aus. An der Wohnungstür angekommen, entfernte er die Prothese auf dem kurzen Dienstweg direkt aus ihrem Mund. Seine erste Einlassung bei den „uniformierten Kollegen“, es handele sich da wohl um einen Doppelgänger, wiederholte er vor Gericht nicht. Auch die Argumentation des wirtschaftlichen Drucks vermochte nicht zu überzeugen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Patientin hat die Prothese zwar inzwischen zurück bekommen, trägt sie aber „aus Ekel“ nicht mehr. Irgendwie verständlich.

Kiel-Marathon 2009 aus Roadie-Sicht

Nachdem Hotte nun bereits seine Eindrücke vom 15.Kiel-Marathon frisch von der Strecke weg geschildert hat, noch ein paar Eindrücke aus der Roadie-Perspektive:

Wenn es heisst, das Läufer am Beginn der Saison noch ihre Form suchen, trifft das nicht weniger auf die Lauf-Groupies, wie die Event-Veranstalter zu. Dass dieser noch 15 Minuten vor dem Startschuss des 10km-Rennens am Aufbau des Zieleinlaufs werkeln ließ und – gänzlich heimtückisch – kurz vor dem Renntag den Start 500m vom Ostseekai weg Richtung Kiellinie verlegt hatte, brachte die Groupies fast in die Bredouille. Organisatorisch – und krankheitsbedingt – noch nicht wieder im Vollbesitz der Kräfte, hiess es dann eiligst den Ostseekai zu verlasssen, um rechtzeitig das etwas entfernt parkende Groupie-Mobil zu erreichen und zum Louf weiterzufahren, wo traditionell die erste Anfeuerungsstation ist.

Das unser Einsatz als Mobile-Einheiz-Gruppe (MEG) verdammt nötig war, sollte sich bereits hier erweisen. Denn die Resonanz von Zuschauern war abgesehen von uns nahe Null. Laufen ist ganz offenbar ein einsamer Sport…. Unsere Marktlücke, die erstmals mit dem Einsatz eines Megaphons gefüllt wurde. Und das kam sofort gut an! Dankeslächeln vorbeihuschender Läufer können nicht lügen. Hotte war überraschend weit vorn, so dass der langsame Rest des Läuferfeldes zunächst nicht in den Genuss der aautommatsichen „Ole, Ole, Ole Ole… we are the Champions“-Gesänge der Flüstertüte kam.

Auch am Yachthafen vor dem Kieler Institut für Weltwirtschaft kriegten wir Hotte dann grade noch kurz zu Gesicht und trieben ihn weiter an. Die Sperrung des Düsternbrooker Wegs durch den THW zwang zu einem kleinem Umweg, der am Maritim-Hotel vorbei, über den Niemannsweg hinter der alten Marineakademie entlang zurück an die Förde führte, wo wir nun kurz vor der Wende und mit toller Aussicht auf die „Gorch Fock“ auf die erneut Ankunft der Spitze warteten. Da sich Schall ja gut über das Wasser ausbreitet, blieb der weitere Einsatz des Megaphons auch an Bord so mancher im Tirpitzhafen liegender Marineschiffe nicht verborgen. Neben der Handvoll Zuschauer, die wenigstens hier an der Strecke standen, staunten auch die ersten Läufer nicht schlecht, dass wir schon wieder da waren, um für ein Quantum Stimmung zu sorgen. Den militärischen Ton, den ich da durch das Megaphon angeschlagen haben soll, kann ich nicht erinnern, dass müssen Radar-Emissionen gewesen sein, die mich beeinflussten… auch angebliche Vorfahrt-Missachtung und Gurt-Leugnung wird hiermit dementiert *pfeif*

Erneut am Yachthafen, Louf und zwischen NDR und Sartori-Berger den halben Wall runter kam Hotte dann in den Genuss aufmunternder Worte, insgesamt 8 Mal entlang einer 10 Kilometer Strecke!!! Man, waren wir gut…. und haben damit ganz sicher dazu beigetragen, dass Hotte die angepeilte Zeit von 50-55 Minuten mit 47:18 Minuten pulverisierte. Die Latte hängt für die noch junge Saison erklecklich hoch… die Platzierung 150/15 (Gesamt/Altersklasse) ist aber auch noch ausbaufähig!

Für den zweiten Teil des Vormittags war ein erneuter Einsatz der Mobilen-Einheiz-Gruppe für ein paar bekannte Halb-Marathonis eingeplant. Was sich da dann so alles auf der Strecke tummelte! Männer die blanken (Plastik-)Arsch zeigten, Ärzte, die während des Laufens Diagnosen diskutierten und mutmaßliche Erfolgsmenschen, die laufenderweise mit dem wahrscheinlich eingewachsenen Knopf im Ohr den Schatz telefonisch über den Zustand der Oberschenkel informierten… und dazwischen diejenigen Bodenständigen, denen der Weg das Ziel, der innere Schweinhund der größte Feind und der nächste Kilometer der wichtigste ist und höchst dankbar für jedes aufmunternde „Olé“ sind, wenn es denn schon sonst kaum Applaus an der Strecke hagelt.

Hat Spaß gemacht! Demnächst wieder! Denn irgendjemand muss ja für einen Hauch von Atmosphäre sorgen. Dass der Kiel-Marathon eher den Charme einer geschlossenen Pflichtveranstaltung für Eingeweihte als eines Massen-Events versprüht, mag an Jahreszeit und dem Saisonbeginn liegen. Allerdings lädt schon die Örtlichkeit am Ostseekai auch nicht unbedingt zum Verweilen ein. Schade eigentlich….

Kiel-Marathon 2009 – Streckenrekord durch die Groupies

Heute war es endlich soweit. Die Laufschuhe wurden entstaubt und der erste Lauf des Jahres ging auf der Kiellinie über die Bühne. Auch die Sonne ließ uns bei Windstille und Temperaturen um die null Grad nicht im Stich – perfekte Bedingungen also. Auch die Groupies waren hochmotiviert und freuten sich auf das Ende der Winterpause.

[Ein Blick zurück in die glorreiche Vergangenheit hier und hier]

Pünktlich um 10 Uhr ging es los auf die um 500m gekürzte 10Km-Strecke. Der Halbmarathon ging erst um 11:15 Uhr los. Dort liefen ebenfalls Groupie-Bekannte mit, die noch reichlich unterstützt werden sollten. Dank meines explosiven Starts gelang es Mike erst nach etwa 1500m, mich zu überholen. Selbst die Groupies, an denen ich das erste Mal auf Höhe des LOUF vorbeikam, trauten ihren Augen kaum. Einige Meter weiter am Yachthafen ertönte schon wieder das Megaphon mit der Groupie-Hymne „Ole – Ole-Ole-Ole…“ aus dem Groupie-Mobil. Mann, sind die schnell unterwegs. Kurz vor der Wende am Tirpitz-Hafen hatten sich die Beiden erneut an der Strecke postiert. Schon aus etlichen Metern Entfernung ertönte wieder das Megaphon. Als ich sie dort auf dem Rückweg das vierte Mal passierte, probierte Rüdiger eine neue Taktik aus und befahl im militärischen Ton und über das Megaphon, dass ich „SCHNELLER! SCHNELLER!“ laufen solle. Ähm, wenn das mal so einfach wäre. Ich beschleunige ja schon, wenn ich die Groupies an der Strecke sehe. Inspiriert wurde er hierbei bestimmt von der Gorch Fock, die nur wenige Meter entfernt an der Mole lag. Dort gab es auch erst Bewegung an Deck, als die „Ole,OLE,Ole“-Hymne der Groupies ertönte.

Sie wurden auf dem Weg dorthin durch das THW etwas ausgebremst. Deren Mitglieder sicherten die Strecke und sperrten einige Zufahrtsstraßen. Auf die Frage der Groupies, wie sie denn am schnellsten zum Tirpitz-Hafen kommen, bekamen sie zu hören, dass sie da total falsch sind. Da sie es ja besser wussten, wurde Rüdiger etwas ungeduldig. Aus der Gerüchteküche hört man, dass er dann in aller Eile der Polizei die Vorfahrt nahm, wahrscheinlich auch, um davon abzulenken, dass er nicht angeschnallt war. Das ist der richtige Einsatz. Die Läufer um mich herum finden diese beiden Fans einfach klasse. Recht haben sie!

Die Zwei pushen mich erneut am Yachthafen und LOUF. Selbst auf freier Strecke schaffen sie es, mir ihre Tipps zukommen zu lassen. Vor dem Gebäude des NDR parken sie am Straßenrand und „überraschen“ mich mit „BEWEGEN! BEWEGEN!“-Kommandos aus dem Auto heraus. Auf der Zielgeraden ertönt das Megaphon dann das letzte Mal für mich. Damit unterstützten sie mich 8 Mal entlang der 10 Kilometer Strecke. Das ist ein Rekord für die Ewigkeit. Super.
Ich überquere schließlich mit handgestoppten 47:17 Min. die Ziellinie. Vielen Dank an die besten Fans der Welt.

Den zweiten Teil des Lauftages erlebte ich dann aus der Sicht der Groupies. Ich begleitete sie beim Support der Halbmarathonies. Hier gingen eine Freundin und ein Kollege von Daniela auf die Strecke. Auch Thomas mit Frau und einige Kollegen waren dabei. Es gab drei Punkte entlang der Strecke, zwischen denen wir pendelten: am Schlossgarten, beim LOUF und an der Tirpitzmole. Und nicht nur die Bekannten wurden lautstark unterstützt. Das Megaphon wurde immer mal wieder angemacht und aufmunternde Worte hört einfach jeder Läufer gern. Nachdem einige Läufer das zweite oder dritte Mal an uns vorbeiliefen, forderten sie uns sogar direkt auf, die „Ole“-Melodie für sie anzumachen. Kein Problem. Das machen die Groupies doch gerne. Niemand musste ohne Anfeuerung weiterlaufen.

Im Zielbereich bedankte sich einige Läufer noch bei den Groupies für die Unterstützung und ein wirklich Klasse-Lauftag ging für uns zu Ende.

Beim Holtenauer Hochbrückenlauf am 22.März sind sie wieder an der Strecke. Bis dahin und DANKE noch einmal. Ihr seid einfach die besten!
Hotte