Monatsarchiv: September 2008

Holtenauer Leuchtturm-Lauf – Wechselbad der Gefühle

Am Freitag stand der Holtenauer Leuchtturm-Lauf über 10 Km auf dem Programm. Natürlich waren auch die Groupies wieder mit dabei. Und nachdem ich in der Woche davor nicht trainieren konnte ( das Wetter… ), ging ich wenigstens ausgeruht an den Start.
Bei der Strecke gab es kaum Höhenmeter zu überwinden. Wir starteten am Sportplatz in Holtenau und liefen den Kanal entlang, um den Leuchtturm herum und wieder zurück. Das ganze zweimal. Die Groupies hatten sich kurz vor dem Holtenauer Hafen an der Strecke postiert und saßen gemütlich im offenen Kofferraum des Kombi-Groupie-Mobils. Hier kam ich 4x vorbei. Vom Start weg lief es schon mal ziemlich gut. Thomas wurde gleich abgehängt, und das, obwohl er etwas redete von unter 46:10 Min. bleiben zu wollen. „Naja“, dachte ich, „das sind hier keine 5 Km.“ Wie man sich doch irren kann… Als ich das erste Mal den Leuchtturm umrundet hatte und nach etwa 3 Km das zweite Mal die Groupies passierte, riefen sie mir zu, dass Mike, das „Rennwiesel“, hinter mir sei. JA, so gehört sich das. Alle abgehängt. Aber schon 20 Sekunden später kam er angetrabt und suchte ein Gespräch. Das war mir doch etwas zuviel. Ich entschloss mich also, ganz im Stile der großen Tierfilmer, ihn in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten – auf der Laufstrecke. Nach etwas über einem Kilometer war diese Aktion dann aber auch schon wieder vorbei, als er mit den Worten „Ich lauf dann ´mal…“ davonzog.
Na gut, Mike kann vorlaufen. Hauptsache Thomas ist hinter mir. Als wir bei Km 5 nach 21:38 Min. die Hälfte geschafft hatten, schloss er doch tatsächlich auf und wir liefen zunächst zusammen. Das Erstaunen in den Gesichtern der Groupies war nicht zu übersehen. Wie Kaugummi ließ er sich nicht abschütteln. Mal er in Front, mal ich. Wir trieben uns gegenseitig zum Halten des Tempos an. Beim 4. und letzten Passieren der Groupies, fragte Daniela, ganz im Stile eines eingefleischten Ultras, ob sie ihn „schubsen“ soll. Mit aller mir noch zur Verfügung stehenden Luft lehnte ich aber ab.
Etwa 1000m vor dem Ziel verschärfte er noch einmal das Tempo. Da war mein Akku schon fast leer und ich ließ ihn ziehen. Den Vorsprung hielt Thomas bis ins Ziel und er lief 15 Sekunden vor mir ( ja genau, VOR mir – Wie konnte das bloß passieren? ) über die Linie. Er scherzte noch im Ziel, dass die Einstiche seines neuen Sportmediziners, demselben, den auch Usain Bolt hat, noch etwas schmerzen. Aha, wusste ich es doch – er hat nur den besseren Arzt. Da muss ich wohl nochmal mit Dr. Fuentes mailen.
Wir beide waren uns jedenfalls einig, dass wir ziemlich am Limit liefen.
Puh, mit 44:22 Min. Endzeit hatte ich vorher nicht gerechnet. Die 45 Min. waren zwar angepeilt, aber dass sie gleich deutlich unterboten wurden, überraschte selbst mich. Neue Bestzeit. Yippie.
Überschattet wurden unsere Zeiten aber vom Sturz von Thomas` Frau Mirja kurz vor dem Ziel. Sie fiel auf der Aschenbahn über eine kleine Kante und schürfte sich übel die Knie auf. Noch vor Ort kümmerten sich die Sanitäter um sie. Hoffentlich ist ihr Start beim Berlin-Marathon in drei Wochen nicht gefährdet. Gute Besserung an dieser Stelle.
Auch der firmeninterne „Läufernachwuchs“, der über die 5 Km auf die Strecke ging, kam geschlossen ins Ziel. Super.
Zur Belohnung gönnten sich Groupie Daniela und ich uns später einen Döner.
Nachdem ich gestern noch dachte, dass es mir erstaunlich gut geht, brannten die Beine vorhin wie Feuer, als es auf dem Fahrrad leicht bergan ging. Nun ist wieder Regeneration angesagt – ab auf die Couch und Sport im TV gucken.
Nächstes Highlight ist bereits in einer Woche der Kiel-Lauf. Da sind wir alle wieder dabei. Ich auf der Strecke und die Groupies daneben. Sie treiben mich bestimmt zu einer neuen Bestzeit. Bis dahin und vielen Dank für die Unterstützung in Holtenau.

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