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Sam, der flauschigste Hund der Welt

Nachdem wir im letzten Jahr gleich 2 alte Hunde nach nur wenigen Wochen gehen lassen mussten, habe ich mir vorgenommen, den Artikel zu Hund Nr. 3 erst nach einiger Zeit zu schreiben. Heute ist es soweit.
Am 03.08.2010 musste Frieda, unsere Schäferhund-Oma, überraschend nach nur 13 Wochen bei uns eingeschläfert werden. Das durfte doch nicht wahr sein. Angeblich war sie alt aber insgesamt fit, hatte dann aber, wie sich herausstellte, doch einen schweren Leberschaden. Na toll. Da hatten wir wieder eine leere Hundedecke im Wohnzimmer und waren traurig, denn es fehlte einfach etwas.
Zum Sommerfest im Tierheim in Lübbersdorf gingen wir am 07.08. trotzdem. Natürlich schauten wir uns auch bei den Hunden um, denn wie sagte schon Heinz Rühmann?: “Man kann ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht.”
Alte Hunde, die für uns in Frage kämen und auch mal alleine in der Wohnung bleiben können, gab es nur einen:  Sam – und der war bereits reserviert. Dann sollte es wohl nicht sein, dass wir so schnell wieder einen vierbeinigen Mitbewohner bekommen…
Unmittelbar nach dem Sommerfest bekamen wir dann aber einen Anruf, dass die Reservierung für Sam zurückgezogen wurde und er wieder zur Vermittlung steht. Wenn wir noch Interesse haben, können wir zur Probe mit ihm Gassi gehen und schauen, ob es mit uns passt.

Folgender Text beschrieb Sam (unter einem Foto) auf der Homepage des Tierheims:

„Sam (reserviert)
Sam ist ca. im Jahr 2000 geboren und ein kastrierter Samojeden Rüde. Sam kam als Fundhund zu uns und wurde nicht mehr abgeholt. Sam ist ein sehr freundlicher Hund. Er versteht sich gut mit Artgenossen.“

Daniela hat sich sofort in “das Schaf” verliebt. Sie ging Probe-Gassi mit ihm und meinte, dass ihn wohl jemand für uns reserviert haben müsse, denn er kam gleich zu ihr und gab Pfötchen.
Am Donnerstag, den 12.08.2010, haben wir Sam, den Samojeden, abgeholt. Er ist nicht gechipt und laut Zahnuntersuchung zwischen 9 und 11 Jahre alt. Nach 2 Hundedamen ist Sam unser erster Rüde. Über Samojeden mussten wir uns erstmal kundig machen. Von der Rasse hatten wir bis dahin noch nicht viel gehört. Sam trabte anfangs immer langsam nebenher und war lieb und anhänglich. Am 17.08. ging es zu Susi, der Hundefriseurin. Die brauchte tatsächlich von 11:00 bis 14:15 Uhr, bis der Hund geschoren war.

Unglaublich, welche Menge da runterkam. Und was soll ich schreiben… ab da lief er wie ein Welpe und fühlte sich sichtlich wohl!

Er sieht aus wie ein kleiner Eisbär, ein Teddy, ein Polarfuchs, ein weißer Wolf, sogar irgendwie wie eine Robbe – halt alles, was niedlich ist. Jeder, der ihn sieht, fängt automatisch an zu lächeln.
Das Unterfell war dermaßen verfilzt, dass dadurch offenbar sogar seine Bewegung eingeschränkt wurde. Nach der Rasur kamen aber auch große Beulen auf Sams Haut zum Vorschein. Es handelte sich um entzündete Talgdrüsen. Mann, einige von den Stellen waren fast so groß wie Golfbälle und mussten ihm ziemlich weh tun. Daniela übernahm die Versorgung der Stellen. Er bekam Zinksalbe, mit der die Stellen eincremt werden mussten, und Tabletten dazu. Die Stellen gingen auch alle bis auf eine zurück. Diese eine Entzündung verbreitete sich auf seiner gesamten linken Seite. Dort durfte man ihn nicht anfassen und wenn er die Treppe hinunter ging, konnte man sehen, dass es schmerzte. Wir berieten mit dem Tierarzt und der setzte eine OP für die folgende Woche an. Als es am Sonntag aber immer schlimmer wurde, riefen wir ihn an und er riet uns, Sam einfach anderthalb anstatt nur einer Schmerztablette zu geben. Wir hofften, dass die Stelle betäubt genug ist, damit er sie sich selbst öffnete. Sam ging ins Schlafzimmer und legte sich auf´s Bett. Wir sahen alle 30 Minuten nach ihm. Irgendwann gegen Mittag war es dann soweit. Ich kam ins Schlafzimmer und es sah aus wie in einem Horrorfilm. Das ganze Bett war voller Blut. Egal, uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen, denn er hatte sich tatsächlich die Stelle aufgebissen und sah irgendwie erleichtert aus. Die OP wurde abgesagt und es gab nur eine Nachsorge beim Doc. Dort stellte er sogar einen wenige Wochen alten Retriever-Welpen in den Schatten – ganz das Herrchen, würde ich sagen.
Die mit in Auftrag gegebene Blutuntersuchung ergab keine bösen Überraschungen, lediglich die Schilddrüse zeigte eine leichte Unterfunktion. Also haben wir auch gleich sein Futter umgestellt. Und Sam entwickelte sich prächtig. Er verträgt sich mit Timmy, dem Cocker, Paul, dem Dalmatiner, Choco, dem Pony, und der Katze. Überhaupt hat er keinerlei Probleme mit anderen Tieren. Zuerst konnten wir ihn nicht am Halsband halten, dann zeigte er die Zähne und einmal war mein Handgelenk so schnell in seinem Maul, dass ich das gar nicht richtig mitbekommen habe. Aber er hielt es nur zwischen den Zähnen und guckte mich an. Da wurde mir das erste Mal bewusst, dass diese Rasse ja noch relativ jung vom Wolf abstammt…
Seine Eigenarten lernten wir auch recht schnell kennen. Er zuckte, wenn wir eine Tür oder eine Schranktür öffneten und er mochte nicht in den Keller gehen. Wir mögen uns gar nicht vorstellen, weshalb. Und er fährt gerne Auto und hat einfach immer Hunger.
Wenn wir die Wohnung ohne ihn verlassen, kläfft er einige Male und geht dann auf seine Decke. DAS sieht mal richtig gemütlich aus, wenn er mit dem Kopf auf seiner plüschigen Pfote liegt.
Anfangs fing er auch nachts an zu kläffen, wenn das Licht ausgemacht wurde. Dann lief er zur Balkontür und guckte den Mond an. Um ihm das wieder abzugewöhnen, haben wir (wie beim Hundeprofi im TV) eine Wasserpistole gekauft und ihn mit Wasser bespritzt, wenn er anfing zu kläffen. Nach 3 oder 4 Nächten war dann Ruhe. Seine aktuelle Marotte ist, dass er alles mit der Schnauze anstupst, wenn er aufgeregt ist. Da muss man aufpassen, dass er einen nicht aus der Wohnung aussperrt, wenn man sich die Schuhe im Hausflur anzieht und er weiß, dass es gleich Gassi geht.
Sam war auch schon einige Male mit Daniela in der Schule. Dort hat er zuerst im Auto geschlafen. In den Pausen ging sie mit ihm Gassi und als die ersten Schüler und Kollegen ihn entdeckt hatten, ging er anschließend mit rein. Kaum zu glauben – auch die größten Rüpel sind handzahm und vorsichtig mit Sam. Und selbst der Rektor besteht auf seine Einheit Sam-Streicheln.
Der letzte Winter war genau nach Sams Geschmack. Er freute sich über den Schnee und wollte nachts manchmal nur vor die Tür, um sich im Schnee zu wälzen. Für diesen Anblick unterbricht man gerne seinen Schlaf und geht in die Kälte.

Zum Ende des Winters bekam er eine Ohrenentzündung und wir gingen wieder zum Tierarzt. Der verschrieb uns Panalog, ein spezielles Medikament der Firma NOVARTIS für Entzündungen im Ohr. Dabei dachten wir uns noch nichts. Als er jedoch Daniela`s Mutter in die Hand biss und die Wunde im Krankenhaus versorgt werden musste, hinterfragten wir das Verhalten. Es stellte sich heraus, dass das Medikament einen Wirkstoff enthält, der zu Taubheit führen kann, wenn das Trommelfell beschädigt ist. Unser Hund hatte offensichtlich einen Hörsturz erlitten, war taub geworden und hat sich dermaßen erschrocken, dass er zuschnappte. Wie bitte? Das kann doch wohl nicht sein, dass ein Medikament, welches gegen Ohrenentzündungen verschrieben wird, zu Taubheit führen kann? Recherchen und zwei Telefonate mit NOVARTIS bestätigten es. Allerdings ist das laut NOVARTIS so unwahrscheinlich, dass auf der aktuellen Packungsbeilage nicht mehr darauf hingewiesen wird. Wir haben eine ältere Packungsbeilage im Internet gefunden, auf der die Nebenwirkungen wenigstens auf lateinisch (!!!) aufgeführt sind. Da er nicht mehr hören konnte, mussten wir lernen, ihm seine Kommandos anders verständlich zu machen und stiegen auf “Zeichensprache” um. Eine Riesen-Sauerei, denn mittlerweile hört er zwar wieder etwas, aber offenbar nur auf dem rechten Ohr, denn er dreht sich immer nach rechts, egal von welcher Seite man ihn ruft. Wir hoffen auf eine weitere Verbesserung seines Gehörs.
Es ist unbeschreiblich entspannend, mit ihm durch die Felder oder am Strand spazieren zu gehen. Er entfernt sich nie so weit, dass er uns nicht mehr sehen kann und ist der erste Hund, den ich kenne, der von selbst an die Leine will. Bei den Spaziergängen ist uns aufgefallen, dass er manchmal etwas eigenartig geht. Also ging es ab zur Hunde-Physiologin – was tut man nicht alles… Dort wurde festgestellt, dass seine Haut am Rücken mit der Wirbelsäule “verwachsen” ist. Er bekommt nun Massagen und Reizstrom. Das tut ihm richtig gut und er wird immer agiler.
Wir hatten ihn auch schon mit zum Strand und konnten feststellen, dass er selbst bei großer Wärme ein kühles Fell behält.
Zum Fischhallenlauf am 15.05. begleitete er die Groupies und steigerte deren Wiedererkennungswert noch weiter. Nun haben auch die Groupies ein Maskottchen.
Wir haben wieder einmal großes Glück mit unserer Schmusebacke gehabt und es geht mir immer wieder das Herz auf, wenn er ankommt und die Pfote gibt oder den Kopf auf die Beine legt. Achja…
Wir hoffen, dass er uns noch ganz, ganz lange erhalten bleibt.

Einige Bilder von Sam gibt`s hier.

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Januar 2010

Was für ein Start ins neue Jahr.

Wir feierten am Strand von Kellenhusen und es war wieder einmal prima. Um 0:15 Uhr, wenn die Laute angestoßen und ihre Raketen abgeschossen haben, gibt es ein Feuerwerk von der Gemeinde – sehr schön. Da wir klare Sicht über die Lübecker Bucht hatten, konnten wir nebenbei die Feuerwerke an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern beobachten. Einmalig.

Und weil der Sand gefroren war, fielen einige Knaller-Batterien mit Leuchtkugeln um und flogen zwischen die Menschen. Das war nicht so witzig. Auch unser Platz wurde, nachdem wir etwa 10 Meter weitergegangen sind, von einer solchen Ladung getroffen. Gut, dass wir uns gerade eine Minute vorher umgestellt hatten. Wie schon in den letzten Jahren wurden auch einige Raketen zu tief in den Sand gesteckt und angezündet. Dann explodierten sie eben am Boden. Das ist gar nicht so ungefährlich, wenn Betrunkene Silvester feiern. Passiert ist aber zum Glück nichts weiter, außer so manchem Schrecken. Gegen 3 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Der für Silvester angekündigte Schnee kam dann gestern Abend und wurde über Nacht immer mehr. Ein Wintermärchen oder auch ein „Traum in weiß“.

Nachdem das Auto regelrecht freigeschippt wurde, ging es auf fast leeren Straßen zum Einkaufen. Da war auch nichts los.

Unglaublich, wie schön das alles aussieht. Wir mussten erst mal massenhaft Fotos machen. Eine Auswahl steht hier.

Groupie Daniela machte gleich mal einen Schnee-Engel und sprang rückwärts in den Schnee. Darin versank sie dann aber und ich konnte erst filmen, als der Lachanfall vorbei war. Das Ergebnis seht Ihr hier – ist sogar ein Schnee-Engel erkennbar.

Ein Sommerreifen-Kandidat von nebenan fuhr von seiner geräumten Auffahrt und schon nach 5 Metern war Schluss. Die Räder drehten durch und er blockierte die Straße, weil er quer zur Fahrbahn stand. Offenbar wollte er mit dem Wagen allen Ernstes weiterfahren, wo es doch schon direkt vor der Tür nicht wirklich vorwärts ging…

Als ich meine kalten Hände ausgeschüttelte habe, ist es passiert: Mein goldener „Uschi-Ring“ ist abgeflogen und irgendwo in einer riesigen Schneewehe verschwunden. Ach nöö, ich nehme ihn doch eigentlich ab, wenn es kalt ist, weil meine Finger dann immer so dünn werden, nur diesmal nicht. Na toll, wir also erst mal grob den Pulverschnee durchsucht – nichts zu finden. Also hoch in die Wohnung und einen Eimer mit Schaufel geholt. Ich hätte die ganze Schneewehe abgetragen und in der Wanne schmelzen lassen. Brauchte ich aber gar nicht, denn schon in der ersten Ladung Schnee kam er zum Vorschein. Nun hängt der Ring wieder am Schlüsselbund. Und wenn es wärmer wird, passt er wieder wie angegossen.

Jetzt ist Daniela schon wieder vor der Tür und will den Welt-schönsten Schneemann bauen. Ich bin gespannt und darf erst gucken, wenn sie fertig ist.

Hotte

 PS   Da ist sie ja. Ein Traum von einer Schnee-Frau – im Karibik-Look mit Sektglas und Pumps.