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Keine Begrenzung bei Managergehältern

Auch nach der Entwicklung der letzten Monate sieht sich die Regierung außer Stande, eine Besteuerung der Managergehälter auf Unternehmensseite durchzusetzen.

Der Koalitionsausschuss einigte sich lediglich auf eine verlängerte Haltefrist bei Aktienoptionen von bisher 2 auf 4 Jahren und darauf, dass künftig der gesamte Aufsichtsrat die Höhe der Gehälter bestimmen soll. Naja, dafür ist er doch sowieso da. Der große Wurf ist das jedenfalls nicht.

Der SPD-Vorschlag, einen Freibetrag von einer Million Euro bei Vorstandsgehältern- und Abfindungen zu behalten wurde mit dem Hinweis, man wolle keine Begrenzung der Gehälter, abgelehnt. Gehälter seien Kosten für das Unternehmen und dürfen dort nicht besteuert werden. Das setzt aber einen gewissen Weitblick bei den Entscheidungsträgern innerhalb der Firmen voraus, der nur selten erkennbar ist. Vielmehr hat sich die Praxis des „goldenen Handschlags“ durchgesetzt und man bekommt den Eindruck, dass einige Politiker sich selbst auch nicht um diesen Genuss bringen wollen, wenn sie aus der aktiven Politik aussteigen. So mancher hat es ja schon vorgemacht.

Wenn man aber sieht, wie Manager ihre Unternehmen in den Abgrund steuern und dann auch noch auf ihre Boni und Prämien bestehen ( rechtlich zulässig / moralisch fragwürdig ), fällt es mit einer Besteuerung dem Aufsichtsrat in Zukunft vielleicht nicht mehr ganz so einfach, ihnen nicht gehörendes Geld an die „Freunde aus dem Vorstand“ zu verteilen. Die Frage nach einer „gerechten Bezahlung“ stellt sich bei Abfindungen von über 1 Million Euro auch nicht mehr wirklich.

Bei dieser Regelung handelt es sich nicht um eine Begrenzung. Die Firmen müssten sich vielmehr überlegen, ob sie ab einer Überschreitung des Freibetrages auch noch die Steuern zahlen. Bei guten Leuten wird das sicherlich immer der Fall sein.

Im Vorfeld der Bundestagswahlen nehmen nun einige Politiker auch gegen die eigene Partei das Thema zum Anlass, sich zu positionieren. Vielleicht erringen Seehofer, Müller und Co. ja auch tatsächlich Wählerstimmen mit dieser Taktik. Die würden dann wieder bei der CDU/CSU landen. Wirkliche Verlierer gäbe es dann nur auf Wählerseite…

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