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Sam, der flauschigste Hund der Welt

Nachdem wir im letzten Jahr gleich 2 alte Hunde nach nur wenigen Wochen gehen lassen mussten, habe ich mir vorgenommen, den Artikel zu Hund Nr. 3 erst nach einiger Zeit zu schreiben. Heute ist es soweit.
Am 03.08.2010 musste Frieda, unsere Schäferhund-Oma, überraschend nach nur 13 Wochen bei uns eingeschläfert werden. Das durfte doch nicht wahr sein. Angeblich war sie alt aber insgesamt fit, hatte dann aber, wie sich herausstellte, doch einen schweren Leberschaden. Na toll. Da hatten wir wieder eine leere Hundedecke im Wohnzimmer und waren traurig, denn es fehlte einfach etwas.
Zum Sommerfest im Tierheim in Lübbersdorf gingen wir am 07.08. trotzdem. Natürlich schauten wir uns auch bei den Hunden um, denn wie sagte schon Heinz Rühmann?: “Man kann ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht.”
Alte Hunde, die für uns in Frage kämen und auch mal alleine in der Wohnung bleiben können, gab es nur einen:  Sam – und der war bereits reserviert. Dann sollte es wohl nicht sein, dass wir so schnell wieder einen vierbeinigen Mitbewohner bekommen…
Unmittelbar nach dem Sommerfest bekamen wir dann aber einen Anruf, dass die Reservierung für Sam zurückgezogen wurde und er wieder zur Vermittlung steht. Wenn wir noch Interesse haben, können wir zur Probe mit ihm Gassi gehen und schauen, ob es mit uns passt.

Folgender Text beschrieb Sam (unter einem Foto) auf der Homepage des Tierheims:

„Sam (reserviert)
Sam ist ca. im Jahr 2000 geboren und ein kastrierter Samojeden Rüde. Sam kam als Fundhund zu uns und wurde nicht mehr abgeholt. Sam ist ein sehr freundlicher Hund. Er versteht sich gut mit Artgenossen.“

Daniela hat sich sofort in “das Schaf” verliebt. Sie ging Probe-Gassi mit ihm und meinte, dass ihn wohl jemand für uns reserviert haben müsse, denn er kam gleich zu ihr und gab Pfötchen.
Am Donnerstag, den 12.08.2010, haben wir Sam, den Samojeden, abgeholt. Er ist nicht gechipt und laut Zahnuntersuchung zwischen 9 und 11 Jahre alt. Nach 2 Hundedamen ist Sam unser erster Rüde. Über Samojeden mussten wir uns erstmal kundig machen. Von der Rasse hatten wir bis dahin noch nicht viel gehört. Sam trabte anfangs immer langsam nebenher und war lieb und anhänglich. Am 17.08. ging es zu Susi, der Hundefriseurin. Die brauchte tatsächlich von 11:00 bis 14:15 Uhr, bis der Hund geschoren war.

Unglaublich, welche Menge da runterkam. Und was soll ich schreiben… ab da lief er wie ein Welpe und fühlte sich sichtlich wohl!

Er sieht aus wie ein kleiner Eisbär, ein Teddy, ein Polarfuchs, ein weißer Wolf, sogar irgendwie wie eine Robbe – halt alles, was niedlich ist. Jeder, der ihn sieht, fängt automatisch an zu lächeln.
Das Unterfell war dermaßen verfilzt, dass dadurch offenbar sogar seine Bewegung eingeschränkt wurde. Nach der Rasur kamen aber auch große Beulen auf Sams Haut zum Vorschein. Es handelte sich um entzündete Talgdrüsen. Mann, einige von den Stellen waren fast so groß wie Golfbälle und mussten ihm ziemlich weh tun. Daniela übernahm die Versorgung der Stellen. Er bekam Zinksalbe, mit der die Stellen eincremt werden mussten, und Tabletten dazu. Die Stellen gingen auch alle bis auf eine zurück. Diese eine Entzündung verbreitete sich auf seiner gesamten linken Seite. Dort durfte man ihn nicht anfassen und wenn er die Treppe hinunter ging, konnte man sehen, dass es schmerzte. Wir berieten mit dem Tierarzt und der setzte eine OP für die folgende Woche an. Als es am Sonntag aber immer schlimmer wurde, riefen wir ihn an und er riet uns, Sam einfach anderthalb anstatt nur einer Schmerztablette zu geben. Wir hofften, dass die Stelle betäubt genug ist, damit er sie sich selbst öffnete. Sam ging ins Schlafzimmer und legte sich auf´s Bett. Wir sahen alle 30 Minuten nach ihm. Irgendwann gegen Mittag war es dann soweit. Ich kam ins Schlafzimmer und es sah aus wie in einem Horrorfilm. Das ganze Bett war voller Blut. Egal, uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen, denn er hatte sich tatsächlich die Stelle aufgebissen und sah irgendwie erleichtert aus. Die OP wurde abgesagt und es gab nur eine Nachsorge beim Doc. Dort stellte er sogar einen wenige Wochen alten Retriever-Welpen in den Schatten – ganz das Herrchen, würde ich sagen.
Die mit in Auftrag gegebene Blutuntersuchung ergab keine bösen Überraschungen, lediglich die Schilddrüse zeigte eine leichte Unterfunktion. Also haben wir auch gleich sein Futter umgestellt. Und Sam entwickelte sich prächtig. Er verträgt sich mit Timmy, dem Cocker, Paul, dem Dalmatiner, Choco, dem Pony, und der Katze. Überhaupt hat er keinerlei Probleme mit anderen Tieren. Zuerst konnten wir ihn nicht am Halsband halten, dann zeigte er die Zähne und einmal war mein Handgelenk so schnell in seinem Maul, dass ich das gar nicht richtig mitbekommen habe. Aber er hielt es nur zwischen den Zähnen und guckte mich an. Da wurde mir das erste Mal bewusst, dass diese Rasse ja noch relativ jung vom Wolf abstammt…
Seine Eigenarten lernten wir auch recht schnell kennen. Er zuckte, wenn wir eine Tür oder eine Schranktür öffneten und er mochte nicht in den Keller gehen. Wir mögen uns gar nicht vorstellen, weshalb. Und er fährt gerne Auto und hat einfach immer Hunger.
Wenn wir die Wohnung ohne ihn verlassen, kläfft er einige Male und geht dann auf seine Decke. DAS sieht mal richtig gemütlich aus, wenn er mit dem Kopf auf seiner plüschigen Pfote liegt.
Anfangs fing er auch nachts an zu kläffen, wenn das Licht ausgemacht wurde. Dann lief er zur Balkontür und guckte den Mond an. Um ihm das wieder abzugewöhnen, haben wir (wie beim Hundeprofi im TV) eine Wasserpistole gekauft und ihn mit Wasser bespritzt, wenn er anfing zu kläffen. Nach 3 oder 4 Nächten war dann Ruhe. Seine aktuelle Marotte ist, dass er alles mit der Schnauze anstupst, wenn er aufgeregt ist. Da muss man aufpassen, dass er einen nicht aus der Wohnung aussperrt, wenn man sich die Schuhe im Hausflur anzieht und er weiß, dass es gleich Gassi geht.
Sam war auch schon einige Male mit Daniela in der Schule. Dort hat er zuerst im Auto geschlafen. In den Pausen ging sie mit ihm Gassi und als die ersten Schüler und Kollegen ihn entdeckt hatten, ging er anschließend mit rein. Kaum zu glauben – auch die größten Rüpel sind handzahm und vorsichtig mit Sam. Und selbst der Rektor besteht auf seine Einheit Sam-Streicheln.
Der letzte Winter war genau nach Sams Geschmack. Er freute sich über den Schnee und wollte nachts manchmal nur vor die Tür, um sich im Schnee zu wälzen. Für diesen Anblick unterbricht man gerne seinen Schlaf und geht in die Kälte.

Zum Ende des Winters bekam er eine Ohrenentzündung und wir gingen wieder zum Tierarzt. Der verschrieb uns Panalog, ein spezielles Medikament der Firma NOVARTIS für Entzündungen im Ohr. Dabei dachten wir uns noch nichts. Als er jedoch Daniela`s Mutter in die Hand biss und die Wunde im Krankenhaus versorgt werden musste, hinterfragten wir das Verhalten. Es stellte sich heraus, dass das Medikament einen Wirkstoff enthält, der zu Taubheit führen kann, wenn das Trommelfell beschädigt ist. Unser Hund hatte offensichtlich einen Hörsturz erlitten, war taub geworden und hat sich dermaßen erschrocken, dass er zuschnappte. Wie bitte? Das kann doch wohl nicht sein, dass ein Medikament, welches gegen Ohrenentzündungen verschrieben wird, zu Taubheit führen kann? Recherchen und zwei Telefonate mit NOVARTIS bestätigten es. Allerdings ist das laut NOVARTIS so unwahrscheinlich, dass auf der aktuellen Packungsbeilage nicht mehr darauf hingewiesen wird. Wir haben eine ältere Packungsbeilage im Internet gefunden, auf der die Nebenwirkungen wenigstens auf lateinisch (!!!) aufgeführt sind. Da er nicht mehr hören konnte, mussten wir lernen, ihm seine Kommandos anders verständlich zu machen und stiegen auf “Zeichensprache” um. Eine Riesen-Sauerei, denn mittlerweile hört er zwar wieder etwas, aber offenbar nur auf dem rechten Ohr, denn er dreht sich immer nach rechts, egal von welcher Seite man ihn ruft. Wir hoffen auf eine weitere Verbesserung seines Gehörs.
Es ist unbeschreiblich entspannend, mit ihm durch die Felder oder am Strand spazieren zu gehen. Er entfernt sich nie so weit, dass er uns nicht mehr sehen kann und ist der erste Hund, den ich kenne, der von selbst an die Leine will. Bei den Spaziergängen ist uns aufgefallen, dass er manchmal etwas eigenartig geht. Also ging es ab zur Hunde-Physiologin – was tut man nicht alles… Dort wurde festgestellt, dass seine Haut am Rücken mit der Wirbelsäule “verwachsen” ist. Er bekommt nun Massagen und Reizstrom. Das tut ihm richtig gut und er wird immer agiler.
Wir hatten ihn auch schon mit zum Strand und konnten feststellen, dass er selbst bei großer Wärme ein kühles Fell behält.
Zum Fischhallenlauf am 15.05. begleitete er die Groupies und steigerte deren Wiedererkennungswert noch weiter. Nun haben auch die Groupies ein Maskottchen.
Wir haben wieder einmal großes Glück mit unserer Schmusebacke gehabt und es geht mir immer wieder das Herz auf, wenn er ankommt und die Pfote gibt oder den Kopf auf die Beine legt. Achja…
Wir hoffen, dass er uns noch ganz, ganz lange erhalten bleibt.

Einige Bilder von Sam gibt`s hier.

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Sina, unsere neue Mitbewohnerin

Nachdem wir im Winter einige schöne Wochen mit Elsi, unserer Hunde-Oma, verbringen durften, wuchs bei Daniela nach und nach der Wunsch, wieder einen alten Hund aus dem Tierheim aufzunehmen.
Eigentlich wollten wir das nicht wieder so schnell tun, denn irgendwie hat man immer den Gedanken im Hinterkopf, dass Elsi nicht so einfach ersetzt werden kann und soll. Das ist aber eine Idee, die einfach nicht stimmen kann, denn wenn man die Zeit und den Platz hat, einen Hund aus dem Tierheim zu holen und ihm ein zu Hause zu geben, spricht nicht viel dagegen.

Wir recherchierten im Internet, welche Tiere aktuell zur Vermittlung stehen und zu uns passen könnten. Die Wahl fiel schließlich auf Sina, eine 11 Jahre alte Schäferhündin, aus einer Tierpension in Horst bei Elmshorn.
Sie wurde in jungen Jahren zur Zucht eingesetzt und dann abgegeben, als sie dafür nicht mehr gebraucht wurde. Das letzte Herrchen ist gestorben und die Erben haben sie ins Tierheim gebracht. Die Geschichte ist ähnlich traurig wie bei unserem letzten Hundeabenteuer. Hinzu kam, dass ihr letztes Herrchen sie nicht ausreichend Gassi führte und sie so ein extremes Übergewicht hatte, dass sie kaum alleine stehen konnte. Eine Reduzierung des Gewichts konnte also nur über eine strenge Diät stattfinden. Dies führte zwar dazu, dass sie wieder abnahm, aber gleichzeitig hat sie nun ständig Hunger und muss erstmal wieder Muskeln aufbauen. Sie schleicht also sehr langsam und wir können nur kleine Runden um den Block drehen. Aber wir sind zuversichtlich, dass sich dieser Zustand weiter verbessert.

Am Freitag, den 30.04., machten wir telefonisch ab, sie am Sonntag “testweise” mitzunehmen. Diese Idee wurde aber schnell geändert und wir beschlossen, sie bereits am Wochenende zu uns zu holen.
Als Daniela die Sachen vom Dachboden holte und die Hundedecke, Halsband, Leine, Napf und Co. auspackte, lief “Elsi`s Song” von Stanfour im Radio. Das war traurig aber auch irgendwie magisch und ich sah es eher als ein gutes denn als ein schlechtes Vorzeichen für unseren neuen Gast.
Wir fuhren nach Horst und holten sie ab. Astrid, die Tierpensions-Betreiberin, bat uns, ihr Sina wieder zu bringen, falls es doch nicht klappen sollte. Das wäre selbstverständlich.
Auf dem Heimweg sahen wir das erste Mal einen Regenbogen in Form eines geraden Strahls. Wie das geht, wissen wir immer noch nicht, aber es sah richtig schön aus und wir verstanden es in Anlehnung an die Regenbogenbrücke als einen Gruß von oben.

Abends besuchten wir Timmi, den Cocker, und seine Mitbewohnerin Jule, die Katze. Die konnte ihr “Glück” kaum fassen, als plötzlich eine riesige Schäferhündin in der Diele stand und mutierte zum Dromedar. Wie zusammengedrückt machte sie einen riesigen Buckel und schlich an der Wand entlang zur Fensterbank. Dort saß sie und beobachtete die Szene. Sina zeigte aber kein Interesse an ihr, denn auch in der Tierpension gab es frei laufende Katzen. Anschließend gingen wir mit beiden Hunden zum Maifeuer an den Strand von Kellenhusen und stellten Sina schon mal den ersten Bekannten vor. Alles lief reibungslos und bisher ist sie absolut pflegeleicht.

Beim Treppensteigen schnauft und grunzt sie, weil sie da offensichtlich Mühen hat. Wir gehen das ganz langsam an und vermeiden Stufen, wo es geht.
Auch Paul, der Dalmatiner, war hellauf begeistert und wollte gleich zur Polonaise ansetzen. Das gefiel Sina aber nicht und sie kläffte ihn weg.
Sonntag ging es dann erstmals an den Strand. Das war schön und wir werden uns dort sicher noch öfter aufhalten.
Sina bleibt bisher problemlos einige Stunden alleine und schläft dann. Perfekt.

Ich freue mich über unsere Entscheidung und auf die Spaziergänge mit meinen beiden Mädels. Und das Winterfell bekommen wir auch noch ausgebürstet…

Herzlich Willkommen Sina.

Elsi

Am 20.12.2009 holte Daniela „Sindy„, einen 14 Jahre alten Schäferhund-Dobermann-Mix, der nach Herrchens Schlaganfall im Tierheim gelandet und schwer krebskrank war, zu uns. Wir sind beide mit Hunden im Elternhaus aufgewachsen, hatten aber nie selbst einen und die Frage, ob wir dieses Tier zu uns nehmen, stellte sich nicht ernsthaft. Sie brauchte nur wenige Augenblicke und wir hatten sie sofort in unser Herz geschlossen.

Die Feiertage standen vor der Tür und sie verstand sich mit allen anderen Tieren, zu denen sie Kontakt hatte. Es war einfach schön. Plötzlich hatte ich zwei „Süße“ zu Hause.

Auch ein erster Antrittsbesuch bei unserem Tierarzt wurde noch vor Weihnachten absolviert und er forderte die Röntgenbilder des bisherigen Tierarztes an, um sich einen Überblick zu verschaffen. Neben schwerer Arthrose und einem Gesäugetumor war auch die Lunge bereits vom Krebs befallen. Eine Operation war zu gefährlich und kam deshalb nicht in Frage. Und solange sie nicht den Bauch für die Atmung zur Hilfe zu nehmen brauchte, ist von der Lunge her alles OK. Insgesamt machte sie aber einen noch recht munteren Eindruck.

Den Namen fand Daniela nicht so passend für eine Hundeoma und rief sie ab da einfach „Elsi„.
Wir freuten uns auf die gemeinsame Zeit und hofften, dass die Prognose aus dem Tierheim von „wenigen Wochen“ sich nicht erfüllen würde. Ich persönlich rechnete mit einem Sommer mit Elsi.

Die Vermieter machten eine Ausnahme und wir durften sie offiziell in der Wohnung halten, obwohl das eigentlich nicht gestattet ist.
Wir kauften ihr ein Napf, ein neues rotes Halsband mit passender Leine, eine große Decke und einen Hundemantel, der aufgrund der Überlänge allerdings erst bestellt werden musste.
Ins Auto bauten wir eine kleine Stufe, damit ihr das Ein- und Aussteigen etwas leichter fiel, denn dabei sah man ihr das Alter an.

Beschreibend war eine Szene über die Feiertage, als Daniela traurig am Schreibtisch saß und Elsi ankam, ihren Kopf auf Danielas Bein legte und sie tröstend ansah, als wollte sie fragen: „Was ist los?“ Da wussten wir, dass sie einfach zu uns passt.

Nachdem Weihnachten und Silvester vorbei war, hatte sich unser Tagesablauf im Alltag wie von selbst innerhalb weniger Tage auf den Hund umgestellt und sie kam auch schon mal freudig zur Tür, wenn Daniela von der Arbeit nach Hause kam.

Es machte uns nichts aus, eine halbe Stunde früher aufzustehen, um mit dem Hund zu gehen.
Und war der Hund anfangs noch etwas unsicher in der neuen Umgebung, hatte sie sich bereits nach kürzester Zeit eingewöhnt. Elsi war der absolut passende Hund für uns, denn sie interessierte sich nicht für die Meerschweinchen und schlief, wenn wir sie alleine in der Wohnung ließen. Sie machte keinen Blödsinn und legte sich auch im Restaurant wie selbstverständlich ruhig unter den Tisch – sie war einfach lieb.

Nachdem sie mich bei den ersten zwei, drei Streicheleinheiten noch anknurrte, bekam ich da auch einmal ihr „Bellen“ zu hören. Das war durch die eingeschränkte Lungenleistung aber eher ein heiseres „Hauh – Hauh – Hauh“ als ein der Größe des Tieres angemessenes Bellen. Es wäre ja schon wieder fast niedlich gewesen, wenn wir nicht um die Ursachen wüssten. Ab da war aber auch ich ein gern gesehener Streichelpartner. Und man glaubt gar nicht, wie entspannend es sein kann, einen lang ausgestreckten und ebenfalls entspannten Hund zu bürsten.

Man lernt auch sehr schnell neue Leute und seine Nachbarschaft kennen, wenn man mit einem Hund unterwegs ist. Und Elsi blühte richtig auf, wenn es bei Wind und -10 Grad auf`s freie Feld am Ortsrand ging.

Es ist einfach unglaublich, wie schnell einem ein neuer Hund an`s Herz wächst und man sich aneinander gewöhnt. Elsi machte es uns aber auch sehr einfach, sie zu lieben. Es waren insgesamt nur knappe 7 Wochen, die wir sie hatten, doch es kam uns wesentlich länger vor.

Ab und an jaulte sie, wenn man aus Versehen eine der schlimmen Stellen mit Arthrose berührte. Oh Mann, tat uns das dann leid. Und an manchem Morgen brauchte sie einfach etwas länger, um in die Gänge zu kommen. Naja, sie war eben nicht mehr die Jüngste.

Es hatte schon etwas Erhabenens, wenn sie uns irgendwie verwundert anschaute, als ob sie sagen wollte „Genau, bei dem Wetter wollt Ihr raus…“ Sobald wir aber das Halsband zeigten, war sie von der Idee, Gassi zu gehen, begeistert. Nach anfänglichem Widerstand klappte auch das Anlegen des Mantels schnell und unkompliziert. Und es war einfach nur lustig, wenn sie sich auf der weichen Couch wackelig umdrehte und dann mit einem Seufzer ihren Kopf auf`s Polster fallen ließ. Auch fehlten ihr die oberen Schneidezähne, sodass sie beim Fressen das Futter mit der Zunge regelrecht „hochschleudern“ musste um es mit der Schnauze greifen zu können – das Alter eben.

Neben dem Gassigehen und dem Erschnuppern von Neuigkeiten im Schnee, war ihr Hobby das Ballspielen. Auch wenn sie durch die Arthrose eigentlich nicht richtig schnell laufen konnte, wollte sie hinter jedem Ball hinterher jagen. Als wir einmal mit ihr am Strand von Kellenhusen spazieren gingen, setzte sie sich plötzlich hin und begann mit ihrem „Hauh – Hauh – Hauh“. Wir brauchten eine Weile, bis wir den Grund erkannten: Im Sand spielten zwei kleine Jungs mit einem Ball und Elsi wollte gerne von der Leine und mitspielen.

Vor einer Woche mussten wir dann mal wieder zum Tierarzt, weil Elsi hustete und mit dem Bauch atmete. Oh nein, bitte noch nicht… Auf der Hinfahrt hatten wir den Vorsatz, sie auf jeden Fall wieder mit nach Hause zu nehmen. So schnell sollte es einfach nicht zu Ende sein. Der Tierarzt horchte sie ab und stellte fest, dass eine Lungenseite nicht richtig arbeitete. Dazu leicht erhöhte Temperatur – das könnte auch „nur“ eine Erkältung sein. Schei…-Winter. Wir bekamen einige Medikamente mit und sollten die nächsten Tage abwarten. Nach zwei Tagen, in denen die Tabletten in leckerem Leberwurstbrot versteckt wurden, ging es ihr tatsächlich wieder besser und wir trafen alle drei die „Abmachung“, wenigstens im Frühling noch zusammen nach Husum zu fahren und die Krokusblüte zu genießen. Daniela und ich können sie angucken und Elsi kann sie zusätzlich erschnüffeln.

Eines der Medikamente sollte den Schleim in der Lunge lösen und dabei helfen, sie wieder frei zu bekommen. Deshalb dachten wir auch zuerst an nichts Böses, als sie anfing, etwas Schleim zu husten.

Elsi schlief dann sehr unruhig, schnüffelte nicht mehr richtig und wirkte irgendwie orientierungslos. Klar, wenn die Nase dicht ist. Außerdem wollte sie einfach nichts fressen. Alle Tricks, die Daniela ausprobierte, halfen nichts. Also fuhren wir vorgestern Abend wieder zu Georg, unserem Tierarzt. Wir rechneten mit einer Verschlimmerung der Erkältung. Er sagte aber etwas besorgt, dass sie gar nicht aussieht, als ob das noch die Erkältung wäre. Er hörte sie ab und maß Fieber – sie hatte keines – und machte zur Sicherheit noch eine Röntgenaufnahme. Das Ergebnis war niederschmetternd: Sie hatte ein Lungenemphysem und von der Lunge selbst war vor lauter Krebszellen kaum noch etwas zu sehen.

Laut Georg befand sie sich bereits im Endstadium und er würde sie uns nur sehr ungern wieder mitgeben, denn wie beim Menschen auch, führt Atemnot zu Panik und schließlich zur Erstickung. Deshalb konnte sie schon in der Nacht zuvor nicht schlafen. Uns wurde schlecht, als er das sagte. Bei unserem ersten Besuch hatten wir ihn, weil wir ihm vertrauen, ausdrücklich um Offenheit gebeten, um ihr unnötige Leiden zu ersparen. Dass es dann aber doch so schnell ging, hat uns echt tief betroffen.

Wir gingen noch einmal mit ihr um den Block und verabschiedeten uns dabei schon langsam von ihr. Dann ging`s zurück in die Praxis.

Sie guckte uns beide an – das ging mir durch und durch…
Ich hob sie auf den Behandlungstisch und Daniela und ich streichelten sie, als Georg die Injektion setzte und sie erlöste. Es ging alles sehr schnell. Sie sackte zusammen und schlief innerhalb von Sekunden ein. Daniela legte Elsi`s Köpfchen auf den Tisch. Das war`s. Tschüss – mach`s gut. Auf dass Du wieder richtig bellen und den ganzen Tag Bällchen spielen kannst. Jeder, der schon einmal ein Tier aufgeben musste, wird wissen, was ich meine. Wir gingen dann nach draußen und weinten. Das war alles sehr sehr traurig.

Trotz der Mühen und Sorgen war es einfach eine schöne Zeit, die wir mit ihr hatten und die wir nicht missen möchten.
Daniela hat in Sachen Elsi alles richtig gemacht und ihr die letzten Wochen perfekt verschönert. Auch ich fand es toll mit ihr. Danke.

Ihr Besuch bei uns dauerte leider nur vom 20.12.2009 bis zum 08.02.2010. Aber wir werden sie weiter im Herzen tragen und in schöner Erinnerung behalten.

Und ich glaube, nein, ich bin mir sicher, dass auch Elsi sich bei uns sehr wohl gefühlt hat.

Ein besonderer Dank gilt Georg und seinem Team von der Tierarztpraxis, bei denen wir uns sehr gut aufgehoben fühlten und die alles Mögliche getan, haben uns zu helfen.

Die passende Musik zu den Bildern bekommt Ihr hier.

Einige Fotos findet Ihr hier und im facebook-Album von Daniela.

Auf den Hund gekommen

Letzte Woche hat Groupie Daniela insgesamt 17 Meerschweinchen ( darunter 10 Baby`s, unter 1 Woche alt, und 1 hoch schwangeres ) vor dem sicheren Erfrierungstod bei einem Bauern gerettet. Die meisten konnten an Bekannte verteilt werden und der Rest wurde im Tierheim von Lübbersdorf untergebracht.

Dort traf sie auf Sindy. Sindy ist ein Schäferhund-Mischling und an ihrem Zwinger stand folgende Notiz:

„Sindy – Wer kann und möchte ihr noch eine schöne Zeit bereiten?
Hundeoma Sindy ist schon 14 Jahre alt und verlor ihr Zuhause, da ihr Herrchen einen Schlaganfall erlitt und sich danach nicht mehr um sie kümmern konnte. Sindy ist eine wirklich liebenswerte Hundedame, sie versteht sich mit Kindern, mit den meisten Artgenossen und kennt auch den Umgang mit Katzen. Sie fährt sehr gerne im Auto mit, kann aber auch alleine zu Hause bleiben. Sindy besitzt einen guten Grundgehorsam und liebt Ballspiele.

Leider hat Sindy mehrere Gesäugetumore, diese haben bereits auch in die Lunge gestreut, daher ist keine Operation mehr möglich. Wir suchen für Sindy einen „Gnadenbrotplatz“, damit sie ihre letzten Tage oder Monate nicht im Tierheim verbringen muss. Wer kann dieser lieben Hundeoma ein Plätzchen anbieten? Dies wär sicherlich eines der schönsten Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr…“

Daniela war von der Geschichte sofort tief bewegt und verliebte sich auf der Stelle in Sindy. Sie fasste den Entschluss, sie noch vor Weihnachten zu sich zu holen. Wirklich gute Gründe standen der Idee auch nicht entgegen.

Am Montag war es soweit. Sie fuhr vormittags um 10 Uhr hin und nahm sie „zur Probe“ mit. Völlig klar, dass sie den Hund nicht wieder zurückbringen wird.

Nach und nach wurde Sindy den anderen Tieren vorgestellt. Alle freuten sich über die Hunde-Omi. Nur Jule, die Katze in ihrem Elternhaus bekam einen mittleren Schock und stellte einen neuen Höhenrekord im Flieder im Garten auf. Dabei hat sich Sindy aber erstens nicht die Bohne für sie interessiert und wohnt sie zweitens doch sowieso schon mit Timmy, dem Cocker Spaniel, in einem Haushalt.                          

   

Heute ging es dann erst zu Paul, einem Dalmatiner, zum Spielen und nachmittags zu Daniela`s Reitbeteiligung Choco, dem Pony.

Alles verlief reibungslos und wir sind froh über unseren Gast. Und auch Sindy gewöhnt sich langsam ein.

 Unsere ganz persönliche Weihnachtsgeschichte geht hoffentlich noch lange weiter.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2010 wünsche ich Euch.
Hotte