Mitternachtslauf 2011

Am 15.07.2011 war es wieder einmal soweit: In Heiligenhafen wurde nachts über die Straßen gehetzt, denn der Mitternachtslauf startete zu seiner 23. Auflage. Natürlich waren auch die Groupies und ich dabei.
Ab 19 Uhr gab es bei Daniela wieder Spaghetti zur Stärkung. Dafür kamen aus Kiel auch noch Conny, Gunther, Mike und Tim vorbei. Die Soße wurde nach den Schilderungen aus den letzten Jahren, wo sie einfach zu lecker war und man dadurch zu viel gegessen hatte, diesmal eher einfach und dazu auch vegetarisch gehalten; eigentlich schmeckte sie auch viel besser!
Nach dem Essen und einem kleinen Klönschnack machten wir uns langsam auf die Socken in Richtung Sportplatz, wo Start und Ziel liegen. Dort war schon richtig viel los. Die angepeilte Zeit sollte irgendwo bei 50 – 55 Minuten liegen, denn in den letzten Wochen konnte aus Zeitgründen tatsächlich nicht ein einziges Mal trainiert werden. Wenn`s auch schneller geht, gerne. Nach einem Regenguss am Nachmittag blieb es trocken und es war nicht zu warm. Perfekt, dann sind wenigstens wieder ordentlich viele Zuschauer an der Strecke. Lediglich der Wind stand etwas ungünstig, denn auf der Promenade gab`s Gegenwind. Aber der Reihe nach.
Punkt 23 Uhr fiel der Startschuss und fast 900 Läufer machten sich auf die 10 km lange Strecke. Wie immer ging es über den Marktplatz, wo durch das Midnight-Shopping noch mehr Zuschauer als sonst eine Gasse für die Läufer bildeten und sie anfeuerten. Am Wilhelmsplatz mussten wir ein kurzes Stück über eine Baustelle laufen, ehe wir dann in der Schmiedestraße wieder auf die ursprüngliche Strecke trafen. Der Anstieg in der Kirchhofstraße war die erste Herausforderung. In der Feldstraße angekommen riefen einige Zuschauer die Zwischenzeiten. Bei mir waren es 18 Minuten und 20 Sekunden. Was? Bei Kilometer 2,5 schon fast 20 Minuten? Meine eigene Uhr schaffte wieder Zufriedenheit. Es waren erst knappe 11 Minuten um. Der längere Anstieg den Wachtelberg hoch wurde noch schnell gemeistert, ehe es bergab bis auf NN zum Hafen ging. Hier hatten sich wieder die Zuschauer vom Markt eingefunden und man lief wieder durch eine Gasse. Nicht ganz so eng wie bei den Steigungen der Tour de France, aber mindestens ebenso beeindruckend. Jetzt nur noch einmal um den Binnensee und den Wildkoppelweg hoch. Nach 49:51 Min. hatte ich es geschafft und war ziemlich platt. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Mal noch mehr Menschen an der Strecke standen als in den vergangenen Jahren. Einfach toll.


Im Ziel trafen wir Läufer wieder auf die Groupies, die auch einiges erlebten. In diesem Jahr standen sie erstmals offiziell auf der Orga-Liste, wo Baulampen verteilt wurden, mit denen kritische Stellen an der Strecke kenntlich gemacht werden. Sie bekamen 2 Lampen. Hintergrund ist, dass die Orga durch sie in den vergangenen Jahren ein Feedback sowohl von der Strecke als auch vom Streckenrand bekam und dadurch die ein oder andere Stelle weiter entschärft werden konnte. Erstmals traten sie am Markt in Aktion, wo die unbeleuchtete Ecke des Rathauses, an dem wir dicht vorbeilaufen, nicht beleuchtet war. Daniela stellte sich mit der Lampe dorthin. Das wiederum passte einem alteingesessenen Streckenposten nicht, der sich sogleich persönlich angegriffen fühlte und sie anpöbelte, sie sei wohl nicht ganz dicht und solle verschwinden. Auf die Erwiderung, dass die Stelle ziemlich dunkel sei, sagte er, dass er das beurteile und alles in Ordnung ist, wie es ist. Da mittlerweile alle unsere Läufer durch waren, fuhren sie weiter. Hinterher stellte sich heraus, dass besagter Streckenposten ein sehr eigenwilliger Zeitgenosse ist, mit dem wir tatsächlich selbst auch schon einmal an anderer Stelle zu tun hatten, wo er ebenfalls negativ auffiel. Aber egal, seine spätere Aussage bei der Orga, der Wagen hätte mitten auf der Strecke gestanden, ist schlicht falsch und keiner der Läufer würde das bestätigen können, denn die Strecke am Markt war frei. Die Groupies fuhren weiter und feuerten mich am Wachtelberg das nächste Mal an. Die benutzen ein handelsübliches Megaphon, dass auch eine Melodie und ein lautes “Ole, Ole, Ole” spielt. Dieses Megaphon gab es etwa 10 – 15 Mal an der Strecke, wobei man im Vorfeld nicht genau weiß, wer dort an der Strecke steht. Und weil ich ja vor den Groupies besonders gut aussehen will, wird der Laufstil immer etwas aufrechter, wenn diese Melodie ertönt. So manches Mal war es ein “Fehlalarm”, denn die Groupies waren ganz woanders. Letztmalig standen sie am Eingang zur letzten Steigung, dem Wildkoppelweg. Puh, da braucht man die persönliche Anfeuerung wahrscheinlich am meisten.
Vielen Dank an Euch beide für die Unterstützung. Es war wieder einmal super.
Alle waren mit ihren Zeiten zufrieden und sind im nächsten Jahr wieder dabei.

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Ein Lauf-Wochenende

An diesem Wochenende stand mit gleich 2 Veranstaltungen mal wieder das Laufen im Vordergrund: Samstag der Kieler Firmenlauf und Sonntag die 10 Meilen von Gettorf. Beide Groupies waren mit anderen Terminen ausgelastet, sodass ich ohne ihre Unterstützung an der Strecke auskommen musste.

Los ging`s am Samstag mit dem Kieler Firmenlauf 2011. Dabei musste die Hörn 3x umrundet werden. Unsere Firma, die avocis Kiel GmbH, deren Büros direkt an der Strecke liegen, war in der ersten Startergruppe mit 11 Kollegen dabei. Wir hatten eigens neue Lauf-Trikots bekommen. Gewertet wird die Durchschnittszeit der gesamten Firma. Unterstützt wurden wir von Justus` 9jährigem Sohn, der als moralische Verstärkung mitlief. Bei strahlendem Sonnenschein mit gefühlten 30 Grad ging es um 13 Uhr auf die 4,5 Km lange Strecke. Die erste Runde ging ich relativ gemütlich an und steigerte das Tempo nach der Hälfte der Runde, um sogleich festzustellen, dass die Luft auf der Gegengeraden (zwischen dem Vapiano und dem Hörn Campus) stand und es hier sogar noch wärmer war als am Start. In der zweiten Runde wurde das Tempo wieder etwas gedrosselt, denn am Sonntag wollten ja noch die 10 Meilen von Gettorf geschafft werden. Die dritte Runde lief ich ohne weitere Tempoverschärfung durch. Nach knapp 21 Minuten war es geschafft. Bei dieser Hitze war der erste Gedanke  im Ziel “Endlich!”. Anschließend wurden die Kollegen angefeuert, die noch unterwegs waren.


Im Ziel waren sich alle einig, dass es eine prima Idee war, teil zu nehmen. Als nächster großer “Firmen-Lauf” steht der Kiel-Lauf am 11.09. an.

Am Sonntag ging es um 8:30 Uhr mit Gunther nach Gettorf. Die 10 Meilen sollen meine längste Strecke im Laufjahr 2011 sein. Trainiert hatte ich dafür nicht, denn dieser Lauf konnte gleich ´mal als Konditionseinheit herhalten. Vor Ort trafen wir Connie und Mike. Es war nicht ganz so warm wie gestern und es wehte sogar eine leichte Brise. Realistisch schien eine Zeit zwischen 1:20h und 1:30h zu sein – gehofft habe ich aber sogar auf eine Zeit unter 1:20h. Der Startschuss erfolgte um 9:30 Uhr. Das erste Stück lief ich zusammen mit Mike. Die Zwischenzeiten lagen um die 4:30 bzw. 4:40 min/km. Nach 2 Km musste ich Mike aber stehen ziehen lassen. Bei Kilometer 6 machten sich erstmals die Beine bemerkbar, die irgendwie nicht so locker wollten wie der Kopf. Trotz einer kurzen Gehpause bei Km 8 sah die 10er Zwischenzeit mit 52 Minuten gar nicht so übel aus. Ab da ging es allerdings nur noch mit gefühlter Handbremse voran. Ich merkte deutlich, dass der letzte Lauf über 10 Kilometer schon einige Zeit zurück lag. Mit einer weiteren kurzen Gehpause kam ich nach 1:28h total platt und – Dank reichlich Endorphin – irgendwie glücklich ins Ziel getrabt. Diese Finisher-Medaille war echt ein hartes Stück Arbeit. Und so gut wie direkt nach dem Zieldurchlauf hat mir ein Stück Wassermelone noch nie geschmeckt. 🙂
Mal sehen, wie die Beine morgen früh auf die Treppe reagieren…

Läuferisch steht als nächstes der Mitternachtslauf in Heiligenhafen am 15.07. auf dem Programm. Da haben die Groupies und ich dann wieder Heimspiel. Ich freu mich drauf.

Sam, der flauschigste Hund der Welt

Nachdem wir im letzten Jahr gleich 2 alte Hunde nach nur wenigen Wochen gehen lassen mussten, habe ich mir vorgenommen, den Artikel zu Hund Nr. 3 erst nach einiger Zeit zu schreiben. Heute ist es soweit.
Am 03.08.2010 musste Frieda, unsere Schäferhund-Oma, überraschend nach nur 13 Wochen bei uns eingeschläfert werden. Das durfte doch nicht wahr sein. Angeblich war sie alt aber insgesamt fit, hatte dann aber, wie sich herausstellte, doch einen schweren Leberschaden. Na toll. Da hatten wir wieder eine leere Hundedecke im Wohnzimmer und waren traurig, denn es fehlte einfach etwas.
Zum Sommerfest im Tierheim in Lübbersdorf gingen wir am 07.08. trotzdem. Natürlich schauten wir uns auch bei den Hunden um, denn wie sagte schon Heinz Rühmann?: “Man kann ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht.”
Alte Hunde, die für uns in Frage kämen und auch mal alleine in der Wohnung bleiben können, gab es nur einen:  Sam – und der war bereits reserviert. Dann sollte es wohl nicht sein, dass wir so schnell wieder einen vierbeinigen Mitbewohner bekommen…
Unmittelbar nach dem Sommerfest bekamen wir dann aber einen Anruf, dass die Reservierung für Sam zurückgezogen wurde und er wieder zur Vermittlung steht. Wenn wir noch Interesse haben, können wir zur Probe mit ihm Gassi gehen und schauen, ob es mit uns passt.

Folgender Text beschrieb Sam (unter einem Foto) auf der Homepage des Tierheims:

„Sam (reserviert)
Sam ist ca. im Jahr 2000 geboren und ein kastrierter Samojeden Rüde. Sam kam als Fundhund zu uns und wurde nicht mehr abgeholt. Sam ist ein sehr freundlicher Hund. Er versteht sich gut mit Artgenossen.“

Daniela hat sich sofort in “das Schaf” verliebt. Sie ging Probe-Gassi mit ihm und meinte, dass ihn wohl jemand für uns reserviert haben müsse, denn er kam gleich zu ihr und gab Pfötchen.
Am Donnerstag, den 12.08.2010, haben wir Sam, den Samojeden, abgeholt. Er ist nicht gechipt und laut Zahnuntersuchung zwischen 9 und 11 Jahre alt. Nach 2 Hundedamen ist Sam unser erster Rüde. Über Samojeden mussten wir uns erstmal kundig machen. Von der Rasse hatten wir bis dahin noch nicht viel gehört. Sam trabte anfangs immer langsam nebenher und war lieb und anhänglich. Am 17.08. ging es zu Susi, der Hundefriseurin. Die brauchte tatsächlich von 11:00 bis 14:15 Uhr, bis der Hund geschoren war.

Unglaublich, welche Menge da runterkam. Und was soll ich schreiben… ab da lief er wie ein Welpe und fühlte sich sichtlich wohl!

Er sieht aus wie ein kleiner Eisbär, ein Teddy, ein Polarfuchs, ein weißer Wolf, sogar irgendwie wie eine Robbe – halt alles, was niedlich ist. Jeder, der ihn sieht, fängt automatisch an zu lächeln.
Das Unterfell war dermaßen verfilzt, dass dadurch offenbar sogar seine Bewegung eingeschränkt wurde. Nach der Rasur kamen aber auch große Beulen auf Sams Haut zum Vorschein. Es handelte sich um entzündete Talgdrüsen. Mann, einige von den Stellen waren fast so groß wie Golfbälle und mussten ihm ziemlich weh tun. Daniela übernahm die Versorgung der Stellen. Er bekam Zinksalbe, mit der die Stellen eincremt werden mussten, und Tabletten dazu. Die Stellen gingen auch alle bis auf eine zurück. Diese eine Entzündung verbreitete sich auf seiner gesamten linken Seite. Dort durfte man ihn nicht anfassen und wenn er die Treppe hinunter ging, konnte man sehen, dass es schmerzte. Wir berieten mit dem Tierarzt und der setzte eine OP für die folgende Woche an. Als es am Sonntag aber immer schlimmer wurde, riefen wir ihn an und er riet uns, Sam einfach anderthalb anstatt nur einer Schmerztablette zu geben. Wir hofften, dass die Stelle betäubt genug ist, damit er sie sich selbst öffnete. Sam ging ins Schlafzimmer und legte sich auf´s Bett. Wir sahen alle 30 Minuten nach ihm. Irgendwann gegen Mittag war es dann soweit. Ich kam ins Schlafzimmer und es sah aus wie in einem Horrorfilm. Das ganze Bett war voller Blut. Egal, uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen, denn er hatte sich tatsächlich die Stelle aufgebissen und sah irgendwie erleichtert aus. Die OP wurde abgesagt und es gab nur eine Nachsorge beim Doc. Dort stellte er sogar einen wenige Wochen alten Retriever-Welpen in den Schatten – ganz das Herrchen, würde ich sagen.
Die mit in Auftrag gegebene Blutuntersuchung ergab keine bösen Überraschungen, lediglich die Schilddrüse zeigte eine leichte Unterfunktion. Also haben wir auch gleich sein Futter umgestellt. Und Sam entwickelte sich prächtig. Er verträgt sich mit Timmy, dem Cocker, Paul, dem Dalmatiner, Choco, dem Pony, und der Katze. Überhaupt hat er keinerlei Probleme mit anderen Tieren. Zuerst konnten wir ihn nicht am Halsband halten, dann zeigte er die Zähne und einmal war mein Handgelenk so schnell in seinem Maul, dass ich das gar nicht richtig mitbekommen habe. Aber er hielt es nur zwischen den Zähnen und guckte mich an. Da wurde mir das erste Mal bewusst, dass diese Rasse ja noch relativ jung vom Wolf abstammt…
Seine Eigenarten lernten wir auch recht schnell kennen. Er zuckte, wenn wir eine Tür oder eine Schranktür öffneten und er mochte nicht in den Keller gehen. Wir mögen uns gar nicht vorstellen, weshalb. Und er fährt gerne Auto und hat einfach immer Hunger.
Wenn wir die Wohnung ohne ihn verlassen, kläfft er einige Male und geht dann auf seine Decke. DAS sieht mal richtig gemütlich aus, wenn er mit dem Kopf auf seiner plüschigen Pfote liegt.
Anfangs fing er auch nachts an zu kläffen, wenn das Licht ausgemacht wurde. Dann lief er zur Balkontür und guckte den Mond an. Um ihm das wieder abzugewöhnen, haben wir (wie beim Hundeprofi im TV) eine Wasserpistole gekauft und ihn mit Wasser bespritzt, wenn er anfing zu kläffen. Nach 3 oder 4 Nächten war dann Ruhe. Seine aktuelle Marotte ist, dass er alles mit der Schnauze anstupst, wenn er aufgeregt ist. Da muss man aufpassen, dass er einen nicht aus der Wohnung aussperrt, wenn man sich die Schuhe im Hausflur anzieht und er weiß, dass es gleich Gassi geht.
Sam war auch schon einige Male mit Daniela in der Schule. Dort hat er zuerst im Auto geschlafen. In den Pausen ging sie mit ihm Gassi und als die ersten Schüler und Kollegen ihn entdeckt hatten, ging er anschließend mit rein. Kaum zu glauben – auch die größten Rüpel sind handzahm und vorsichtig mit Sam. Und selbst der Rektor besteht auf seine Einheit Sam-Streicheln.
Der letzte Winter war genau nach Sams Geschmack. Er freute sich über den Schnee und wollte nachts manchmal nur vor die Tür, um sich im Schnee zu wälzen. Für diesen Anblick unterbricht man gerne seinen Schlaf und geht in die Kälte.

Zum Ende des Winters bekam er eine Ohrenentzündung und wir gingen wieder zum Tierarzt. Der verschrieb uns Panalog, ein spezielles Medikament der Firma NOVARTIS für Entzündungen im Ohr. Dabei dachten wir uns noch nichts. Als er jedoch Daniela`s Mutter in die Hand biss und die Wunde im Krankenhaus versorgt werden musste, hinterfragten wir das Verhalten. Es stellte sich heraus, dass das Medikament einen Wirkstoff enthält, der zu Taubheit führen kann, wenn das Trommelfell beschädigt ist. Unser Hund hatte offensichtlich einen Hörsturz erlitten, war taub geworden und hat sich dermaßen erschrocken, dass er zuschnappte. Wie bitte? Das kann doch wohl nicht sein, dass ein Medikament, welches gegen Ohrenentzündungen verschrieben wird, zu Taubheit führen kann? Recherchen und zwei Telefonate mit NOVARTIS bestätigten es. Allerdings ist das laut NOVARTIS so unwahrscheinlich, dass auf der aktuellen Packungsbeilage nicht mehr darauf hingewiesen wird. Wir haben eine ältere Packungsbeilage im Internet gefunden, auf der die Nebenwirkungen wenigstens auf lateinisch (!!!) aufgeführt sind. Da er nicht mehr hören konnte, mussten wir lernen, ihm seine Kommandos anders verständlich zu machen und stiegen auf “Zeichensprache” um. Eine Riesen-Sauerei, denn mittlerweile hört er zwar wieder etwas, aber offenbar nur auf dem rechten Ohr, denn er dreht sich immer nach rechts, egal von welcher Seite man ihn ruft. Wir hoffen auf eine weitere Verbesserung seines Gehörs.
Es ist unbeschreiblich entspannend, mit ihm durch die Felder oder am Strand spazieren zu gehen. Er entfernt sich nie so weit, dass er uns nicht mehr sehen kann und ist der erste Hund, den ich kenne, der von selbst an die Leine will. Bei den Spaziergängen ist uns aufgefallen, dass er manchmal etwas eigenartig geht. Also ging es ab zur Hunde-Physiologin – was tut man nicht alles… Dort wurde festgestellt, dass seine Haut am Rücken mit der Wirbelsäule “verwachsen” ist. Er bekommt nun Massagen und Reizstrom. Das tut ihm richtig gut und er wird immer agiler.
Wir hatten ihn auch schon mit zum Strand und konnten feststellen, dass er selbst bei großer Wärme ein kühles Fell behält.
Zum Fischhallenlauf am 15.05. begleitete er die Groupies und steigerte deren Wiedererkennungswert noch weiter. Nun haben auch die Groupies ein Maskottchen.
Wir haben wieder einmal großes Glück mit unserer Schmusebacke gehabt und es geht mir immer wieder das Herz auf, wenn er ankommt und die Pfote gibt oder den Kopf auf die Beine legt. Achja…
Wir hoffen, dass er uns noch ganz, ganz lange erhalten bleibt.

Einige Bilder von Sam gibt`s hier.

Fischhallenlauf

Am 15.05. stand der Fischhallenlauf in Kiel an. Dieser Lauf ist immer sehr schnell ausgebucht und ich verpasste tatsächlich die Anmeldung. Dank der Tauschbörse bekam ich eine 2. Chance und bot die Teilnahme am Pasta-Essen vor dem Mitternachtslauf als zusätzliches Gegenleistung für einen Startplatz an. Tatsächlich meldete sich mit Julia eine Teilnehmerin, die aufgrund einer Verletzung leider nicht selbst antreten konnte. Ich übernahm ihren Startplatz und hatte wieder die Groupies zur Unterstützung an der Strecke.
Am Vorabend guckten Daniela und ich den Grand Prix und stärkten uns mit Ofenkäse und Baguette. Am Sonntag fuhren wir morgens von Heiligenhafen nach Kiel und hatten auch Sam, unseren Hund, dabei. Er war der eigentliche Star…
Kurz vor dem Start gab es einen leichten Nieselregen. Der war aber pünktlich zum Startschuss vorbei und wir liefen bei besten Laufbedingungen los. Zunächst ging es zum Haupteingang der HDW und dann über das Werftgelände und den Fischmarkt wieder zurück zum letzten Anstieg, der den Läufern noch einmal alles abverlangte. Meine angestrebte Zielzeit war „um die 50 Minuten“. Umso erfreuter waren die Groupies und ich, als nach 47:22 die Ziellinie überquert wurde. Wow, was für ein Rennen. Ich war zwar platt, aber den Beinen ging es gut. Während des Duschens gab es auch draußen einen Regenschauer, der pünktlich zur Siegerehrung und Tombola vorbei war. Groupie-Hund Sam zog so ziemlich alle Teilnehmer vor Ort in seinen Bann. Bei den immer wieder einsetzenden Schauern fanden wir bei Thomas im Zippels-Stand Unterschlupf.
Obwohl mit der Glücksnummer 333 ausgestattet, gewannen wir bei der Tombola keinen Preis. Das wäre aber auch ein echter Bonus gewesen.
Wir alle hatten wieder großen Spaß und Sam musste erstmal ausschlafen, als er wieder zu Hause war.
Vielen Dank an die Groupies für die Unterstützung – und die Lauf-Analyse in Zeitlupe und in Echtzeit.
Die nächsten Veranstaltungen sind der Kieler Firmenlauf (4,5 Km) am 04.06. und die 10 Meilen von Gettorf am 05.06.

@Julia   Gute Besserung und wir sehen uns in Heiligenhafen.

Ottendorfer Kanallauf

Nachdem in diesem Jahr mit den 10 Kilometern beim famila-Marathon erst ein Lauf absolviert wurde, war es mal wieder Zeit, an den Start zu gehen. Am 08.05. ging es über die 11,1 Km beim Ottendorfer Kanallauf. Beide Groupies hatten frei und ich fuhr mit dem Bus nach Ottendorf. Bereits auf der Fahrt kam ich mit den ersten Läufern ins Gespräch und wir waren uns einig, dass das warme Wetter seine Vor- und Nachteile hat.
Mit Ottendorf verbinde ich einen tollen Lauf durch die Rapsfelder, eine lange und stetige Steigung auf dem Rückweg und Gülle-Geruch, weil die Felder gedüngt werden. Alle drei Dinge wurden auch in diesem Jahr bedient.
Bei angenehm warmen Temperaturen ging es los. Bis zum Kanal waren die Beine locker und die Rapsblüte und die Strecke konnte genossen werden. Als es vom Kanal zurück in Richtung Ottendorf ging, wurde es mir langsam zu warm. Dazu kam die leichte Steigung, die sich über mehrere Kilometer hinzog. Die Zeit pro Km stieg um fast 1 Minute an und die Beine wurden auch immer schwerer. Gegen Ende des Rennens konnten noch einmal letzte Reserven mobilisiert werden und ich habe einige der Frauen und Ü-60 Läufer wieder zurück überholt. Normalerweise überholen mich zum Ende eher Schüler und Jugendliche…
Im Ziel stand eine 55:44 und ich war wirklich zufrieden mit dem Ergebnis, denn ein regelmäßiges Training war aus Zeitgründen nicht möglich.
Beim nächsten Lauf, dem Fischhallenlauf am 15.05., sind die Groupies wieder dabei. Allein ihre Anwesenheit macht wahrscheinlich 10 Sek./Km aus.
Ich freue mich schon.

“Frieda”…..ist über die Regenbogenbrücke gegangen

Wir mögen es kaum glauben… Nach nur 13 Wochen bei uns ist auch Frieda, unsere Schäferhund-Oma, über die Regenbogenbrücke gegangen.

Am Freitag, den 30.04.2010, haben wir Frieda ( da hieß sie noch Sina ) aus dem Tierheim zu uns geholt. Sie war eine Schäferhündin von 11,5 Jahren und kam mit extremem Übergewicht dorthin. Durch eine radikale Diät wurde ihr Gewicht reduziert, sodass sie vermittelt werden konnte. Daniela und ich hatten uns spontan in diesen wirklich riesigen Hund verguckt. Wir bekamen die Info, dass sie durchgecheckt wurde und körperlich OK sei, aber eben alt. Unsere vornehmste Aufgabe sollte nach der Diät der vorsichtige Muskelaufbau sein.

In der Wohnung fühlte sie sich sichtlich wohl. Anfangs fand sie die Couch klasse, auf der wir extra eine Decke ausgelegt hatten. Allerdings war Frieda so groß, dass Daniela und ich so manches Mal enger zusammengerückt sind, damit Madame ausreichend Platz hatte, um sich zu strecken. Was man nicht alles tut für den Hund…
Ins Arbeitszimmer durfte sie nicht wegen der Meerschweinchen. Wir haben ihr bei geöffneter Tür den Weg mit einem Korb versperrt. Dann stand sie vor der geöffneten Tür und jaulte leise, bis sie gestreichelt wurde. Dann war auch gut und sie legte sich hin, um zu dösen.

Frieda hatte das Talent, immer im Weg herumzuliegen. Und wenn Daniela nur kurz aus ihrem Sichtfeld verschwand, ging sie hinterher oder legte sich so in den Weg, dass sie Daniela sehen konnte. Einer ihrer Lieblingsplätze war genau vor der Wohnungstür. Dort lag sie lang gestreckt wie ein Zuglufttier, dass man vor die Türritzen legen kann, um die Zugluft zu verhindern. Wenn wir nach Hause kamen und sie von innen vor der Tür lag, konnte es auch passieren, dass sie nicht aufstand und wir sie mit der Tür über die Fliesen schieben mussten, um überhaupt in die Wohnung zu kommen. Sowas…

Wir dachten zwischendurch auch, dass Frieda sehr schwer hört. Den Gegenbeweis lieferte sie aber umgehend, als wir etwas Trockenfutter in die Futterschüssel gaben und sie ruckizucki in der Küche stand. Das Gehör funktionierte also.
Daniela brachte es auf den Punkt, als sie feststellte, dass Frieda ziemlich dickköpfig und irgendwie schrullig sei. Wenn wir die große Gassi-Runde am Rapsfeld gingen und sie von der Leine losmachten, lief sie ganz gemütlich ihren Weg. Ob wir da auch lang wollten, war ihr meistens egal. Auch die kleine Runde um den Block wurde schon mal sehr kurz, wenn sie keine Lust hatte und nur direkt vor der Tür auf den Rasen pinkelte. Da war sie manchmal wirklich eigen aber immer niedlich und liebenswert dabei. Man konnte ihr einfach nichts krumm nehmen und richtete sich dann eben nach ihr.

Morgens kam sie ins Schlafzimmer direkt ans Bett und weckte uns, wenn sie raus musste.
Die Wohnung liegt im ersten OG und mit der Treppe hatte sie so ihre Probleme. Wenn sie aufgeregt war oder intensiv schnüffelte, fing sie an zu grunzen. Und nachdem sie mehrmals oben am Treppenabsatz grunzte und wir sie am Halsband herunterführen mussten, kaufte Daniela ihr eine Art Tragegeschirr, dass das Treppensteigen erleichtern soll. Damit hatte sie nun einen Griff auf dem Rücken, an dem wir ihr aktiv Hilfestellung für die Treppe geben konnten. Die Treppe hoch kam sie zwar etwas watschelig und wackelig, aber ohne große Hilfe. Offensichtlich hat sie früher im EG gewohnt.

Wenn Frieda schlief, schnarchte sie , wie eine ganze Kompanie. Und als die heißen Wochen kamen, hechelte sie immer häufiger. Daniela brachte sie zum Hundefrisör, denn nur mit bürsten kamen wir nicht gegen das dichte Fell an. Als sie wiederkam, war aus dem blond-braunen Fell ein kurzes und sympathisches silber-schwarzes Fell geworden – fast wie bei Herrchen. Damit wurde die Hitze wesentlich erträglicher.

Auch ihre Bewegungen wurden immer besser. Wenn sie sich freute, kam sie von vorne durch die Beine gelaufen und stupste mit dem Kopf rechts und links gegen die Knie. Dabei wollte sie gestreichelt werden. Andererseits ging sie auch weg, wenn sie genug vom geknuddel hatte.

In Kellenhusen war sie auch richtig gerne. Da lag sie stundenlang auf dem Rasen und genoss den Luxus, nur vier Stufen bis zum Garten zu haben. Dank der besseren Mobilität konnte sogar die Katze über den Rasen gescheucht werden. Und auch die beiden Kaninchen und das Meerschweinchen waren dermaßen interessant, dass sie munter und fit um den Auslauf herumlief. Nach wenigen Runden war sie allerdings erschöpft und legte sich wieder auf den Rasen. Als bei der Hitze der Gartenschlauch für eine Hundedusche genommen wurde, schnappte sie mit Timmy um die Wette nach dem Wasserstrahl. Offenbar kannte sie das, denn sie genoss es. Ebenfalls in Kellenhusen erinnerte sie ein älterer Gast offenbar an ihr Herrchen, denn sie lief auch ihm durch den Beinen hindurch und schupste ihn fast um, da er mit einem Gehstock lief. Er nahm es mit Humor.

Überhaupt war Frieda der harmloseste Hund, den man sich vorstellen kann. Als wir während der Fußball-WM bei Freunden im Garten zum Grillen und Nationalelf-gucken waren, legte sie sich auf die Seite und ließ sich von den beiden kleinen Jungs bereitwillig streicheln. Die hatten eigentlich ziemlichen Respekt vor Hunden, bauten diesen bei Frieda aber sofort ab. Einfach toll.

Da das Hecheln nicht weniger wurde, war Daniela mit ihr beim Tierarzt. Dort stellte man Herzprobleme fest und sie bekam Tabletten zum Entwässern und wir die Order, sie zu schonen. Nachts schlief sie in letzter Zeit auf dem Balkon. Wir ließen die Balkontür auf und stellten ihr Wasser hin und sie genoss es dann, draußen zu liegen. Das mit dem Wasser war auch so eine Sache: Wenn sie trank, gingen 2/3 daneben. Anfangs wurde regelmäßig die Küche geflutet und die Wasserschüssel war ständig leer. Wir legten dann ein großes Handtuch darunter und tauschten die flache Schüssel gegen einen kleinen Eimer aus. Ab da blieb das Wasser im Eimer und die Pfütze in der Küche wurde eingedämmt. Manchmal tauchte sie auch mit dem Kopf ganz in den Eimer. Wir wussten gar nicht, dass Hunde so etwas machen und dachten zuerst, dass dort etwas auf dem Grund liegt. Aber da war nur ihr Wasser drin.

Und weil das Hecheln immer noch nicht weniger wurde, ging Daniela Anfang letzter Woche mit ihr zum Tierarzt, um das Blutbild prüfen zu lassen. Die Ergebnisse lagen Donnerstag vor und einer der Werte war exorbitant hoch. Dies konnte von einer abklingenden Viruserkrankung oder aber einem Lebertumor stammen. Rumms, das saß. Wir sollten noch einige Tage abwarten, ob der Wert sinkt. Am Freitag fand der Mitternachtslauf statt und wir hatten einigen Besuch. Frieda war wie immer und alle fanden sie einfach nur zum Knuddeln. Vielleicht ist es ja doch “nur ein Virus“…

Vorgestern bekam ich mittags eine E-Mail ins Büro, ich solle dringend anrufen. Da war mir klar, dass etwas mit dem Hund sein musste. Daniela sagte, dass Frieda sich auf den Rasen gelegt habe und einfach nicht mehr weiter wollte. Sie lag auf dem Bauch und guckte sie nur an, als wollte sie sagen: ”Ich kann nicht mehr…”. Als Daniela sich dann weinend zu ihr kniete, kam ein Nachbar, der einen Pudel hat und fragte, was los sei. Er blieb dann bei Frieda, während Daniela mich und den Tierarzt anrief. Sie sagte schon am Telefon, dass sie befürchtet, ohne Hund wieder zurück zu kommen. Ihre Freundin Heike verzichtete auf den geplanten Familienausflug zum Wasserski, kam sofort vorbei und fuhr sie zum Tierarzt. Als ich aus Kiel in Heiligenhafen ankam, waren sie gerade zurück – allein.

Der Tierarzt hatte eine 5fach vergrößerte Leber festgestellt, die auf die übrigen Organe drückte und zu einer Übersäuerung des Körpers führt. Das bedeutete eine Quälerei, die sie nicht verdient hatte und die nicht sein sollte. Frieda war die letzte Patientin in der Praxis und sollte nicht auf dem Metallisch im Behandlungszimmer eingeschläfert werden. Sie suchte sich eine Ecke im Wartezimmer und Daniela hielt sie im Arm, als sie erlöst wurde.

Wir gingen am Nachmittag spazieren und tranken abends auf dem Balkon ein Glas Rotwein auf Frieda`s Wohl. Tröstend ist, dass wir wissen, dass sie bei uns eine wirklich schöne Zeit hatte. Und dadurch, dass Daniela gerade Sommerferien hat, war sie in den letzten Wochen auch keinen Tag allein.

Wir haben uns allerdings gefragt, womit wir das verdient haben. Eine Antwort darauf gibt es nicht. Auch fragen wir uns, ob der Check im Tierheim überhaupt gemacht oder uns diese Information verschwiegen wurde. Wir hätten sie ja auch mit dem Wissen um eine Krankheit zu uns genommen und dann die Nahrung vielleicht vorher schon mit Medikamenten oder homöopathischen Mitteln ergänzt. Man kann auch nicht sagen, dass wir uns “hintergangen” fühlen, denn Frieda war eine echte Bereicherung.

Wie schon Elsi, wird auch Frieda im Rosengarten bestattet.

Einige Fotos findet ihr im Album von Daniela.

Wir durften sie vom 30.04. – 03.08.2010 bei uns haben und darüber sind wir sehr froh.

22. Mitternachtslauf in Heiligenhafen

Gestern war es endlich wieder soweit: Um 23 Uhr fiel der Startschuss zum 22. Mitternachtslauf von Heiligenhafen. Zunächst ging es ca. 5 km durch die Stadt und anschließend um den Binnensee.

Die Groupies waren selbstverständlich auch wieder mit dabei.

Wir trafen uns ab 19 Uhr bei Groupie Daniela zur Pasta-Party. Mit dabei waren: Roadie-Groupie Rüdiger, mit Jessica, Tim, Mike und Gunther vier weitere Läufer aus dem Freundeskreis und „Die Kölner“ ( Andrea, Armin, Melanie, Florian, Daniel ), eine Gäste-Familie, die in der Ostsee-Pension in Kellenhusen ihren Urlaub verbringt und die Daniela vor einigen Jahren beim WM-PublicViewing besser kennen lernte.

Groupie Daniela versorgte uns wieder mit DER Läufernahrung: Spaghetti. Dazu gab es Bolognese, wahlweise auch vegetarisch. Die Mousse au Chocolat zum Nachtisch ließen die Läufer allerdings stehen. Nebenbei lief die Leichtathletik-EM aus Barcelona. Es ging richtig klasse los.

Das Wetter war perfekt zum Laufen. Es war trocken und die Hitze der letzten Tage hatte nachgelassen. Auch der tagsüber noch recht kräftige Wind hatte abgenommen. Den hätten wir auf dem langen Abschnitt der Promenade auch noch von vorn gehabt.

Meine Trainingsvorbereitung beschränkte sich auf eine lockere 45 Minuten-Runde am Dienstag vor dem Lauf. Insgesamt bin ich in diesem Jahr erst 3x zum Laufen gekommen, was mich Schlimmes für die Beine in den Tagen danach befürchten ließ. Daher bewegte sich die angestrebte Zielzeit auch irgendwo zwischen 50 und 55 Minuten.

Gegen 21:30 Uhr machten wir uns auf in Richtung Sportplatz. Diesmal wurde eine Phantasie der Groupies wahr, denn sie fuhren mit 2 Autos „im Convoi“ zum Anfeuern. Im Startbereich war schon ziemlich viel los und die Zeit bis zum Start verging entsprechend schnell.

Der Startschuss erfolgte pünktlich um 23 Uhr. Die erste halbe Sportplatz-Runde und der Abschnitt bis zum Marktplatz, der immer ziemlich verstopft ist, waren diesmal frei und gut zu laufen. Am Marktplatz standen dann auch schon das erste Mal die Groupies und feuerten uns an. Weiter ging`s bis zum Wilhelmsplatz und dann leicht bergan die Wendstraße hoch. Am Friedhof in der Kirchhofstraße wartete der erste kurze, aber richtige Berg auf uns. Zu Beginn des Wachtelbergs warteten erneut die Groupies, um mich hochzuscheuchen. Die Straßenbeleuchtung war aus und ich hörte kurz bevor ich die Groupies passierte wie Daniela in die dunkle Läufermasse mit dem Megaphon fragte: „Wo ist Hotte?“ Da war ich etwa 20 m entfernt und konnte zurückrufen: „Hier.“ Mehr Ansporn geht nicht. Als der Hafen in Sicht kam, wurden die Beine das erste Mal schwer. Die Groupies gingen hier in der Menge leider etwas unter. Es ging nun rüber zum Strand. Hinter dem Gillhus war es stockfinster, aber der Zufall wollte es, dass genau hier ein Mann mit Lampe neben mir lief. Alles bestens. Entlang der Promenade galt es, das Tempo zu halten. Fans gab es hier kaum an der Strecke. Im Ferienpark war dann wieder richtig viel Trubel. Die letzten 1,5 km wurden noch einmal eine echte Herausforderung, denn das fehlende Training machte sich bemerkbar. Da ich keine Uhr dabei hatte, galt das Motto „Hauptsache ankommen“. Ich schloss mich einer Gruppe von etwa sechs Läufern an und ließ mich zum Wildkoppelweg ziehen. Hier warteten Rüdiger und Armin und feuerten mich noch einmal an. Die kleine Deutschlandfahne, die sie mir für den Zieleinlauf in die Hand drücken wollten, lehnte ich aber ab, denn sie bedeutete ja zusätzliches Gewicht. Dann trennte sich letztmalig die läuferische Spreu vom Weizen, denn diese Steigung so kurz vor dem Ziel hat es wirklich in sich. Ist der Anstieg aber erst geschafft, sind es nur noch etwa 500 m bis ins Ziel. Die Sportplatzrunde wird man dann durch die Zuschauer und vor allem die Groupies getragen. Im Ziel stand eine 51:42 Minuten-Zeit – klasse. Mike ( 42:32 Min. ) war schon einige Minuten da und Gunther ( 52:01 Min. ) kam kurz nach mir rein. Tim und Jessica, die zusammen unterwegs waren, finishten nicht, nachdem sie den Lauf etwa bei Kilometer Acht unterbrechen mussten.

Die obligatorischen Becher sind in diesem Jahr weiß mit lila Schrift.

Als wir im Zielbereich standen und die Flüssigkeitsreserven langsam wieder aufgefüllt wurden, entdeckte Rüdiger einen Reporter, der auf der Suche nach einer Story über den Sportplatz streifte. Daniela sprach ihn an und wir gaben ein Interview zu den Groupies. Als sie auf die Frage nach dem Ort der Unterstützung erklärte, dass sie umherfahren und an 4 Stellen während des Laufes angefeuert haben, fragte er doch ernsthaft: „Wollt ihr mich verarsch…?“. Rüdiger erklärte noch einmal das Prinzip, dass zwei Groupies eben mobil sein müssen, um ausreichend zu unterstützen und er machte weiter seine Notizen. Ich vermute aber, dass er uns nicht geglaubt hat. Während Jessica, Tim und Rüdiger schon wieder in die Wohnung fuhren, entdeckten wir Friedhelm R., einen in Heiligenhafen recht bekannt „Musiker“, der versuchte, seine CD`s zu verkaufen. Wir beobachteten ihn und versuchten den Kölnern zu beschreiben, welche Art von Musik er macht. Das war aber ziemlich schwer und wir beschlossen, seine Werke zu Hause im Internet vorzuführen.

Um kurz nach eins waren wir alle wieder in der Wohnung und es folgte Reste-Essen, Teil 1, denn Nudeln, Soße und Nachtisch hatten wir massig über. Gegen 3 Uhr hatten sich alle verabschiedet und wir fielen zufrieden und völlig platt ins Bett.

Im nächsten Jahr findet der Lauf bereits Mitte Juli statt. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei.

Ein besonderer Dank geht an Groupie Daniela, die nicht nur mich an der Strecke unterstützt, sondern uns auch wieder hervorragend und sehr lecker versorgt hat.