Tagesarchiv: 5.März.2009

Neuer Hallen-Weltrekord über 3000m bei den M90

Der 90jährige Spanier Julian Bernal, ein pensionierter Polizist, hat in Spanien einen neuen Hallen-Weltrekord über 3000 Meter in der Klasse Ü90 – das sind die über 90jährigen – aufgestellt. Er unterbot die alte Bestmarke um 3 Minuten auf 19:59,60 Minuten. Hut ab – das sind schon Welten.

Damit aber nicht genug. Laut FTD lief er am selben Tag noch Europarekord über 800m in 5:04,46 Min. und spanischen Rekord über 400m in 1:48,98 Min.

Zum Laufen kam er mangels Alternativen erst im Alter von 76 Jahren.

Da haben die Groupies und ich ja noch einige Jährchen vor uns.

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Aus dem Schulleben

Derzeit laufen an den Schulen die VERA. Das sind VERgleichsArbeiten (für die 6. Klasse). Damit kann dann bundesweit verglichen werden, welche Schulen besonders schlecht sind.Dass laut Lehrplan der abgefragte Stoff noch gar nicht Unterrichtsinhalt war, kann dabei leider nicht berücksichtigt werden. Eine exakte Auswertung kann dann eben nur vor Ort stattfinden. Aha, gut, dass wir dann einen bundesweiten Vergleich durchführen. Inhaltlich geht es z.B. um ein Videogerät ( etwas Nostalgisches ) oder den Text eines gewissen „Sigibert, Edler von Hohlfuß zu Nasenpopel“ ( das soll wahrscheinlich lustig sein ).

Entwickelt wurde das ganze am IQSH, dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein, deren Vertreter im Vorfeld nicht unbedingt durch Vermittlung des praktischen Bezuges der Maßnahme auffielen. Fragt sich nur, welche Qualität damit entwickelt werden soll?

Und weil die Projekte mit den lustigen Namen so gut ankommen, gibt es gleich EVA hinterher. Das steht für EigenVerantwortliches Arbeiten – also ohne einen Lehrer. Da werden die Kinder schon mal an den Lehrermangel herangeführt. Nachdem Schulen zusammengelegt und das Sitzenbleiben abgeschafft wurde, ist dies eine neue Idee aus dem Ministerium von Frau E.-R. Dort begegnet man dem Lehrermangel u.a. durch unverständliche Zuweisungen von nicht benötigten Lehrern wie z.B. Sport oder Musik, wenn Deutsch fehlt. Die Logik dahinter erschließt sich einem Außenstehenden nicht so richtig. Vielleicht liegt es daran, dass die Entscheidungen nicht von den unmittelbar Betroffenen gefällt werden.

Nur weil die Ministerin ausgebildete Grundschullehrerin ist, heißt das nicht, dass sie vor einer heutigen 9. Hauptschulklasse auch nur eine Stunde bestehen würde. Und auch für diese Schüler ist sie schließlich zuständig. Einen Praxisanteil sieht ihr Amt leider nicht vor. Das hat zur Folge, dass sie viel zu weit weg ist vom Unterrichtsalltag. Im Rahmen des Informationstransfers ( und der Qualitätsentwicklung? ) sollte die Frau Ministerin mit gutem Beispiel voran dem Lehrermangel begegnen und 50 % ihrer Arbeitszeit aktiv am Schulalltag teilnehmen.

Auch im Landtag sitzen viele ausgebildete ( aber mittlerweile wahrscheinlich unterrichtsunfähige ) Lehrer. Bei dem akuten Lehrermangel sollten sie sich selbst in den Schulalltag zurückbegeben. Ihr Mandat wird von einem Nachrücker besetzt und die aktuelle Not an den Schulen etwas gelindert. Aber wahrscheinlich sind auch sie mittlerweile unterrichtsunfähig. Umso schlimmer, dass genau diese Menschen Gesetze beschließen, die so weit von der Realität entfernt sind wie die derzeitige Schulreform.

Und dann sind da ja noch halbherzige Vorschriften, von denen niemand so genau weiß, wie man sie umsetzen soll. Wenn die Schule also ein Handy-Verbot erlässt und der Schüler sein Handy nutzt und es dann in die Tasche oder den Ranzen steckt, anstatt es dem Lehrer auszuhändigen, ist das eben so. Die Tasche ist tabu. Rückendeckung durch die Ämter gibt es für die Lehrer leider selten. Hier wird gerne auf ein pädagogisches Versagen im Vorfeld hingewiesen. Und die Eltern sind häufig auch keine Hilfe.

Ich bin gespannt, mit welcher Idee wir als nächstes überrascht werden. Ich befürchte aber, dass auch dabei nichts Vernünftiges herauskommt. Angeblich konkurrieren die Schulen demnächst direkt um die Schüler. Da wird dann wohl so manche Note raufgesetzt, um besser zu erscheinen, als man tatsächlich ist.